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Toxiker – Wenn schwierige Kollegen die Arbeit vergiften

Toxiker – Wenn schwierige Kollegen die Arbeit vergiften
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Jana Fast am 23.06.2016

Stress im Job kennen die meisten. Doch nicht immer hat dieser etwas mit dem Arbeitspensum zu tun. Manchmal wird Stress durch eine ganz bestimmten Person verursacht. Einem Toxiker. Wie Schlangen versprühen sie ihr Gift in der Abteilung. Oder gar im ganzen Unternehmen. Und selbst der oberste Chef hat angst, von ihnen gebissen zu werden. Einen Toxiker am Arbeitsplatz wünscht sich niemand. Denn wie auch echtes Gift kann das Arbeiten in so einem Umfeld krank machen.

Was ist ein Toxiker? Die Definition

Ein Toxiker schreckt im Job vor nichts zurück. Für seinen persönlichen Aufstieg ist ihm jedes Mittel recht. Rücksichtslos und mit dem Einsatz von Ellenbogen und spitzen Zähnen kämpft sich dieser nach oben. Dabei bleibt er aber stets unter dem Radar, spinnt aus dem Hinterhalt Intrigen und sorgt dafür, dass alle Mitarbeiter gegeneinander aufgestachelt werden. Denn da wo Konflikte entstehen, blüht diese Art von Arbeitnehmer erst auf.

Was ein Toxiker schlimmes macht? Er analysiert Schwächen im System und nutzt diese zu seinem Vorteil. Wenn beispielsweise gerade die Stimmung in der Abteilung nicht so gut ist, weil der Chef Sparmaßnahmen eingeleitet hat, dann nutzt ein Toxiker so eine Situation um zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern einen tiefen Keil zu treiben. Der erhoffte Ausgang dieses Szenarios? Die Mitarbeiter beschweren sich über ihren Chef, dieser wechselt den Unternehmensstandort und raten Sie mal, wer dessen Posten jetzt bekommen hat? Richtig! Es ist der Toxiker.

Wie erkennt man einen Toxiker?

Wie der Name schon vermuten lässt erkennt man einen Toxiker daran, dass er sein Gift im Unternehmen versprüht. Er vergiftet die Atmosphäre am Arbeitsplatz und sorgt aktiv für eine miese Stimmung und jede Menge Konflikte. Sie sind sehr oft dafür verantwortlich, dass Projekte nicht gut laufen oder Teammitglieder gegeneinander aufgestachelt werden. Aus diesen Gründen weisen sie daher fast schon psychopathische Züge auf, denn ihnen macht es Freude, andere ihre Macht spüren zu lassen.

Einen Toxiker erkennt man auch daran, dass man mit diesem nicht auf sachlicher Ebene diskutieren kann. Bei Meinungsverschiedenheiten beharrt ein Toxiker auf seinen Standpunkt und ist nicht bereit, auch nur einen einzigen Schritt auf die Gegenpartei zuzugehen. Kompromisse finden? Fehlanzeige!

Diese Art von Menschen verfolgt nur ein Ziel: Sich selbst Vorteile zu verschaffen. Dabei nehmen Sie weder Rücksicht auf das Betriebsklima, auf ihre Kollegen, noch auf das Wohl des Unternehmens. Mit ihren Intrigen und Lügen riskieren sie damit nicht nur, dass einige andere Arbeitnehmer die Abteilung oder den Job wechseln, sondern sogar ernsthaft erkranken, zum Beispiel an einer Depression. Sie manipulieren was das Zeug hält und ihrer Skrupellosigkeit sind keine Grenzen gesetzt.

Dadurch zeichnet sich ein Toxiker aus:

Toxiker lügen
Toxiker intrigieren
Toxiker manipulieren
Toxiker mobben
Toxiker streben nach Macht
Toxiker sind Egoisten
Toxiker sind sehr geschickt

In welchen Branchen findet man die meisten Toxiker?

Schätzungen zufolge sind nur etwa 5-10% aller Arbeitnehmer Toxiker. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass so einer in ihrem Team landet, relativ gering. Es sei denn, Sie arbeiten irgendwo, wo die Arbeitsplätze sicher sind und bei so einem Fehlverhalten keine Kündigung droht. Wie in einer Behörde. Zudem sind Toxiker eher in höheren Positionen anzutreffen, denn in Führungspositionen gelangen nunmal häufig eher diejenigen, die andere ihre Macht spüren lassen wollen. Diese Position gibt einem Toxiker außerdem die Sicherheit, dass man sie aufgrund ihrer Stellung im Unternehmen auch nicht so einfach feuern kann. Besonders erfolgreich agieren Toxiker aber in Betrieben, in denen die Führungskraft konfliktscheu ist. Denn dann kann dieser ungehindert agieren und überall sein Gift versprühen.

Was kann man gegen einen Toxiker am Arbeitsplatz tun?

Normalerweise wird bei Konflikten am Arbeitsplatz immer empfohlen, dass sich die beiden Konfliktparteien zusammensetzen und sich aussprechen. Das Gespräch zu suchen macht in vielen Fällen Sinn, in diesem aber leider überhaupt nicht. Die „Schlange“ in ihrem Kollegenkreis fühlt sich in Konfliktsituationen pudelwohl und wird sich nur zu gern auf einen Streit einlassen. Mit einer Aussprache wird so ein Gespräch am Ende gar nichts mehr zu tun haben. Zudem sind Toxiker auch emotional gar nicht so involviert wie der oder die Betroffene, sodass man mit einer Aussprache nur die eigenen Nerven strapaziert und dass, ohne am Ende eine Lösung gefunden zu haben.

Ein Betroffener allein kann also in den meisten Fällen rein gar nichts ausrichten. Daher empfiehlt es sich, sich mit möglichst vielen anderen Kollegen zusammenzuschließen, die sich ebenfalls gegen den Toxiker wehren möchten. Gemeinsam sollte man eine Beschwerde beim Betriebsrat und auch beim Vorgesetzten einlegen. Sollte sich keine Besserung einstellen, bleibt Betroffenen häufig nur Eins: Versuchen die Abteilung oder den Standort zu wechseln, und wenn dies nicht möglich ist, dann sollte ein Jobwechsel in Erwägung gezogen werden. Denn jede neue Situation ist besser, als sich von einem Mitarbeiter am Arbeitsplatz vergiften zu lassen und damit die eigene Gesundheit zu gefährden.