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Sabbatical – So überzeugen Sie Ihren Chef von der Auszeit

Sabbatical – So überzeugen Sie Ihren Chef von der Auszeit
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Jana Fast am 13.10.2016

Sie meinen, die größte Schwierigkeit bei einem Sabbatical ist es, Ihren Chef davon zu überzeugen, Sie danach wieder einzustellen? Weit gefehlt! Mit unseren Top 5 Argumenten für ein Sabbatical wird Ihnen diese Überzeugungsarbeit nicht mehr schwerfallen. Nein, die wirkliche Herausforderung besteht darin, nach der Auszeit wieder zurückzukehren!

Hier erfahren Sie, mit welchen Strategien Sie Ihre Auszeit angehen sollten, wie man diese am besten plant und wie Sie es vermeiden können, nach der Auszeit wieder in den gleichen Trott zu verfallen, der Sie bereits einmal in eine Auszeit gezwungen hat!

Das Sabbatical planen – Nur mit den richtigen Strategien und Vorstellungen in die Auszeit starten

Egal ob sie kurz vor einem Burn-out oder Bore-out stehen: Viele Arbeitnehmer wünschen sich im Laufe Ihres Berufslebens eine kleine Auszeit. Nur trauen sich die meisten nicht, sich diesen Wunsch auch zu erfüllen. Denn dafür müssen gewissen Voraussetzungen erfüllt werden. Die erste Voraussetzung sind finanzielle Mittel. Haben Sie genug Geld, um es sich erlauben zu können, mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr nicht zu arbeiten? Doch Ihre finanzielle Situation ist bei weitem nicht die größte Hürde. Sondern Ihr Mut. Trauen Sie sich eine Auszeit zu? Es gibt viele Menschen, denen es sehr schwer fallen würde, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen, aus ihren Routinen auszubrechen und etwas neues zu beginnen. Denn Routinen, so anstrengend sie auch sein können, geben Sicherheit.

Bevor es losgeht müssen Sie sich also fragen: Bin ich wirklich der Typ für eine Auszeit? Wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten können, gilt es nur noch, sich über die persönlichen Ziele dieser Auszeit bewusst zu werden. Vom Stress im Job wegzulaufen ist keine gute Idee. Denn Sie werden ja irgendwann wieder zurückkehren. Wenn Sie mit Ihrem Job unzufrieden sind, sollten Sie sich nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Natürlich können Sie dies auch nach dem Sabbatjahr machen, doch machen Sie sich bevor es losgehen soll ganz klare Vorstellungen über Ihre Auszeit. Welche Strategien verfolgen Sie damit? Möchten Sie einfach nur aus Ihrem Alltag fliehen? Dann ist dies keine Lösung, sondern nur ein Aufschub. Wenn Sie ein Sabbatical planen, dann berücksichtigen Sie auch den Punkt „Rückkehr“ und wie es danach für Sie weitergehen soll.

Top 5 Argumente für ein Sabbatical – Mit diesen Argumenten überzeugen Sie Ihren Chef

Sie möchten nach der Auszeit in Ihren alten Job zurückkehren? Hier finden Sie überzeugende Argumente, die Sie als Vorlage für Ihre Argumentation verwenden können! Personalisieren Sie diese Punkte, sodass diese auf Ihre individuellen Interessen und die Ihres Arbeitgebers angepasst sind!

1. Die persönliche Leistungsfähigkeit

Dutzende Studien und Statistiken belegen: Arbeitnehmer, die sich Auszeiten nehmen, sind ausgeglichener, glücklicher und auch gesünder. Nebenwirkungen sind Motivation und eine Leistungssteigerung. Wer ausgeruht und top-fit ist, meldet sich nicht nur seltener krank, sondern hat auch jede Menge Energie um im Berufsalltag sein Bestes zu geben. Nach einer Auszeit wie einem Sabbatical sind die Batterien wieder voll aufgeladen und der / die Mitarbeiter/-in kann wieder aus der vollen Leistungsfähigkeit schöpfen.

2. Neue Erkenntnisse, Ideen und Impulse

Ein Sabbatjahr dient nicht dazu, drei Monate, ein halbes oder ein ganzes Jahr lang auszuschlafen und nichts zu tun. Durch das Reisen können ganz nebenbei neue Geschäftskontakte im Ausland geknüpft werden und einzelne Vorträge, Seminare, Workshops oder Messen besucht werden. Als Arbeitnehmer erweitern Sie damit Ihren Horizont und blicken sprichwörtlich über den Tellerrand. Sie erlangen neue Einsichten, nicht nur auf privater, sondern auch auf beruflicher Ebene. Erläutern Sie Ihrem Vorgesetzten, dass Sie durch ein Sabbatical nicht nur ausgeglichener und topmotiviert zurückkehren werden, sondern auch mit jeder Menge neuer Ideen, kreativen Ansätzen und interkultureller Kompetenz.

3. Die Mitarbeiterbindung

Versichern Sie Ihrem Chef, dass Sie es zu schätzen wissen würden, wenn dieser Ihnen eine Auszeit gewährt und einen Wiedereinstieg in den Job ermöglichen würde. Diese Loyalität gegenüber Ihnen als Mitarbeiter würden Sie selbstverständlich auch der Firma entgegenbringen. Die Mitarbeiterbindung von talentierten Fachkräften ist ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen. Eine Möglichkeit der Mitarbeiterbindung ist es, seinen Arbeitnehmern zu zeigen, dass man sich als Unternehmen auch um die Gesundheit und die persönliche Weiterentwicklung seiner Arbeitnehmer kümmert und ihnen daher auch den Wunsch nach einer Auszeit erfüllen kann. Damit steigt die Attraktivität als Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer kehrt gerne wieder in diese Firma zurück, auch langfristig.

4. Die Vorbereitung

Bevor Sie sich dazu entschließen, Ihren Chef um eine Auszeit zu bitten, bereiten Sie sich gut vor! Wer könnte Ihren Job übernehmen? Sprechen Sie mit Kollegen, ob jemand Interesse daran hat, sein Aufgaben- und Kompetenzbereich zu erweitern und einen Teil Ihrer Aufgaben übernehmen möchte. Überlegen Sie auch, ob Ihnen eine Person aus dem näheren Umfeld einfällt, die perfekt in die Firma passen würde und die nötigen Qualifikationen mitbringt, um Ihren Job auszuüben. Sobald es an der Zeit ist, Ihren Chef von Ihren Sabbatical-Plänen zu überzeugen, können Sie diesem sagen, dass Sie auch schon konkrete Vorschläge machen können, wie und von wem Sie während der Auszeit vertreten werden könnten. Außerdem: Sabbaticals sind unbezahlte Freistellungen, Sie sparen dem Unternehmen somit Personalkosten.

5. Die Weiterentwicklung

Während der Auszeit verbringen viele Arbeitnehmer Ihre Zeit im Ausland. Das schult die Kommunikationsstärke, die Fremdsprachenkenntnisse und nicht zuletzt die interkulturelle Kompetenz. Sie kehren also mit einem neuen Erfahrungsschatz wieder, neuen Talenten und verbesserten Soft Skills. Diese könnten Sie nach Ihrer Rückkehr gewinnbringend im Unternehmen einsetzen. Sie qualifizieren sich mit einem Sabbatjahr womöglich dazu, weitere Tätigkeitsbereich zu übernehmen, wie die Geschäftskorrespondenz mit dem internationalen Kundenstamm? Machen Sie Ihrem Vorgesetzten deutlich, dass Sie sich in der Auszeit zu einem wertvolleren Mitarbeiter entwickeln und mit einem neuen Kompetenz-Portfolio wiederkehren werden.

Das Sabbatical – Erwartungen, Ziele und Rückkehr

Bedenken Sie: Eine Auszeit ist nicht dafür da, Probleme im Job zu lösen. Denn diese werden einfach nur verschoben. Sobald Sie zurückkehren, kehren auch die alten Problem wieder. Ein Sabbatical darf also nicht als eine Art Flucht vor dem Alltag verstanden werden. Denn auch dieses endet eines Tages und Sie kehren in Ihren Alltag zurück. Ein Sabbatjahr verschafft Ihnen den nötigen Abstand, um klar denken zu können. Diese Zeit kann nicht nur für neue Erkenntnisse, sondern für Entscheidungen genutzt werden. Welche beruflichen und privaten Ziele verfolgen Sie? Wie können Sie diese Ziele erreichen? Seien Sie sich im Klaren darüber, welche Erwartungen Sie an Ihre Auszeit haben und setzen Sie sich Ziele, die Sie während dieser Zeit erreichen möchten.

Natürlich es schön, den ganzen Tag mit einem Cocktail in der Hand in der Hängematte zu liegen. Doch verwechseln Sie die Auszeit nicht mit einem langen Urlaub. Schließlich kommt der Tag, an dem es zurück in den Job geht. Bleiben Sie, wenn auch nur nebenbei, am Ball und verfolgen Sie bestimmte Pläne während des Sabbaticals. So können Sie sich weiterentwickeln, denn möglicherweise war es ja der persönliche und intellektuelle Stillstand, der Sie zur Auszeit bewegt hat? Leben Sie nicht planlos in den Tag hinein sondern versuchen Sie, Ihre gewonnene Zeit sinnvoll zu nutzen und zu genießen.

Kehren Sie langsam ins Berufsleben zurück. Besuchen Sie kurz vor Ihrem Wiedereinstieg Ihre Kollegen im Büro und halten Sie auch während Ihrer Auszeit Kontakt zu diesen. Beginnen Sie zunächst damit, halbtags zu arbeiten und steigern Sie Ihr Arbeitspensum allmählich. So bleibt Ihnen der große Schock erspart und Sie können sich langsam wieder an Ihren neuen Alltag gewöhnen.