- Das Meeting-Setting: Der Raum, der für alles verantwortlich ist
- Die Agenda: Ein Planspiel, das sich selbst überholt
- Der „Multitasker“: Der kollegiale Ninja
- Der „Ich will noch schnell etwas loswerden“-Moment
- Der „Endlich Schluss“-Effekt
- Die 10 besten Meeting-Zitate: Wortgefechte aus der Realität
- Fazit Team-Meetings: Mehr Reden als Handeln – oder doch alles wichtig?
- Humor als Lösung?
Haben Sie auch schon mal das Gefühl gehabt, dass das letzte Meeting mehr einer Episode aus einer schlechten Seifenoper glich als einer produktiven Sitzung? Stundenlang wurden Themen aufgeworfen, die nicht ganz verstanden wurden, der Zeitplan wurde mehrfach über den Haufen geworfen, und am Ende war eigentlich niemand so richtig weiter.
Willkommen in der faszinierenden Welt der Meeting-Kultur, wo mehr geredet als getan wird und die einzige Konstante die unvermeidliche Kaffeepause ist. Aber keine Sorge, Sie sind nicht allein. Jeder hat schon mal die drei Stunden seines Lebens in einem Raum verbracht, in dem das Wort „Ergebnis“ so flüchtig war wie der letzte Tropfen Kaffee aus der Kanne. Doch sind diese Treffen wirklich nur Zeitverschwendung – oder steckt hinter all dem Gequatsche vielleicht doch ein Sinn, den wir noch nicht entdeckt haben? Schauen wir uns das Ganze einmal genauer an!
Das Meeting-Setting: Der Raum, der für alles verantwortlich ist
Es ist kaum zu fassen, wie viel Macht der Raum hat, in dem ein Meeting stattfindet. Er kann der unbesungene Held sein, der eine Sitzung in Rekordzeit und voller produktiver Ergebnisse zum Erfolg führt. Oder er ist der schlaue Schurke, der uns in die Fänge der Unproduktivität treibt – mit seiner ständigen Aufforderung, doch noch „fünf Minuten länger“ zu bleiben.
Der Klassiker: Die PowerPoint-Präsentation
Fangen wir mit dem Klassiker an: der PowerPoint-Präsentation. Die Folien fliegen nur so durch den Raum, die Worte verschwimmen vor den Augen und irgendwann fragt man sich, ob man wirklich zu einem Meeting oder doch zu einem geheimen Workshop für Präsentationsdesign gekommen ist. Keine Frage, PowerPoint kann ein mächtiges Werkzeug sein – aber wenn die Folien mehr Text enthalten als ein Roman und niemand mehr so richtig durchblickt, ob das gerade ein Businessplan oder die Darstellung eines futuristischen Kunstprojekts ist, dann wird aus dem Meeting plötzlich eine Art interaktive Showeinlage.
Das Whiteboard - "Drehbuch" jeder Besprechung
Und was ist mit dem Whiteboard, diesem unschätzbaren „Drehbuch“ für jede Besprechung? Da wird eifrig mit Markern hantiert, Linien gezogen und Pfeile in alle Richtungen gemalt, bis man sich fragt, ob wir hier ein Meeting führen oder gleich ein abstraktes Kunstwerk erschaffen. Jedes Mal, wenn jemand auf das „Wichtige“ hinweist, entsteht das Gefühl, als ob die Lösung doch nur ein paar Markierungen entfernt wäre – ein paar weitere abstruse Linien, und das Problem ist gelöst. Und doch, so sehr man sich auch konzentriert, der magische „Aha-Moment“ will nicht kommen.
Meeting oder Theateraufführung?
Am Ende fragt man sich: Haben wir hier ein Meeting oder eine Theateraufführung? Die Präsentierenden spielen ihre Rollen, die Zuhörenden nicken brav – und alle hoffen insgeheim, dass jemand anderes die entscheidende Antwort bringt. Und bevor der „Showdown“ kommt, gibt es noch eine kleine Pause, in der jeder dringend die Kaffeetasse auffüllen muss, um sich zu sammeln. Ein bisschen Applaus für den besten Vortrag, und schon ist der Raum wieder bereit, die nächste Vorstellung zu bieten.
Die Agenda: Ein Planspiel, das sich selbst überholt
Es gibt Agenden, die sind so ambitioniert, dass man fast das Gefühl hat, sie hätten die Zeit selbst herausgefordert. Vielleicht beginnen sie harmlos mit ein paar wichtigen Themen, aber plötzlich wächst die Liste der „Punkte, die noch dringend besprochen werden müssen“, schneller als die Präsentationen durch die PowerPoint-Rahmen rauschen. Und ehe man sich versieht, ist die Zeit für das eigentliche Meeting schon fast vorbei – und die Punkte, die man eigentlich besprechen wollte, werden plötzlich zu „Nachfolgethemen“ für das nächste Treffen.
Die Agenda kann in der richtigen Konstellation wie ein Planspiel wirken, das sich immer weiter selbst überholt. Zu Beginn steht der glorreiche Plan, alle wichtigen Fragen in einer halben Stunde zu klären. Doch dann, fast wie ein Naturgesetz, übernimmt der „Das müssen wir beim nächsten Mal klären“-Effekt. Alle Beteiligten wissen genau, dass die Zeit knapp wird, aber anstatt sich auf die wirklich entscheidenden Themen zu konzentrieren, dreht sich die Diskussion plötzlich um Fragen, die auf keiner Agenda standen. Ein einfacher Punkt wird zum epischen Gespräch, das nach 20 Minuten nicht einmal annähernd beantwortet ist. Und schwupps, der nächste „Nachfolgetermin“ steht im Raum, wie eine unaufhaltsame Welle.
Die gefürchtete Endlosschleife von Meetings
Das führt zu der gefürchteten Endlosschleife von Meetings, die nie wirklich zu einem Schluss kommen. Nehmen wir das Beispiel von „Projekt X“, das beim letzten Meeting ausführlich diskutiert wurde, aber aufgrund von „wichtigen, aber dringenderen“ Themen immer wieder aufgeschoben wurde. Jetzt ist „Projekt X“ plötzlich ein fester Bestandteil jedes Meetings – und das Schlimmste: Es steht jedes Mal ganz oben auf der Liste, wird aber nie fertig besprochen. Jeder Termin beginnt mit der ungeschriebenen Regel: „Das müssen wir jetzt endlich anpacken.“ Doch am Ende des Meetings gibt es wieder die vertraute Phrase: „Okay, das schieben wir aufs nächste Mal, aber bitte im nächsten Meeting mit mehr Fokus.“ Und schon ist es wieder soweit: Ein neuer Termin wird angesetzt, „Projekt X“ wird mit einer detaillierten Liste von „noch zu besprechenden Punkten“ fortgeführt – und das Spiel beginnt von vorne.
Es ist fast so, als ob die Agenda selbst das Ziel hat, nie abgeschlossen zu werden. Denn wie jeder erfahrene Meeting-Teilnehmer weiß: Das letzte Thema wird nie wirklich „abgehakt“ – es wird stets in die „To-do-Liste fürs nächste Mal“ aufgenommen, als würde die Agenda über das eigene Schicksal bestimmen.
Der „Multitasker“: Der kollegiale Ninja
Er ist der stille Held jeder Besprechung – der „Multitasker“, der mit einer Eleganz, die fast an einen Ninja erinnert, jede freie Minute nutzt, um seine E-Mails zu beantworten oder sich durch die Weiten des Internets zu bewegen, während er gleichzeitig vorgibt, voll und ganz im Meeting zu sein. Man kennt ihn: Den Kollegen, der seine Augen immer wieder auf den Bildschirm richtet, während er scheinbar konzentriert zuhört, aber in Wirklichkeit die Inbox durchforstet, auf Facebook nach dem neuesten Trend stöbert oder sich einfach einen kleinen Ausbruch in die Welt von Katzenvideos gönnt.
Und dann gibt es diesen Moment: Der Multitasker wird gefragt, etwas zum Thema beizutragen. Er blinzelt, schaut kurz auf und murmelt etwas Unverständliches, das allen den Eindruck vermittelt, er habe gerade die Antwort auf „den größten Geheimcode der Menschheit“ entschlüsselt. Aber in Wahrheit hat er das letzte halbe Jahr E-Mails durchgearbeitet und dabei wahrscheinlich vergessen, wie das Projekt eigentlich hieß. Doch keine Sorge, der Multitasker bleibt cool, er hat schließlich alles im Griff – oder zumindest tut er so.
Was besonders beeindruckend ist, ist der berühmte „Blick auf den Bildschirm“. Es ist dieser Blick, der so viel mehr über das Meeting aussagt, als alle Worte zusammen: Ein entschlossener, fast hypnotischer Blick, als würde der Bildschirm das Geheimnis des Meetings selbst entschlüsseln. Wenn der Multitasker nach vorne schaut, scheint er tatsächlich zu überlegen, ob er sich nicht besser auf die Präsentation konzentrieren sollte – aber dann springt der Blick wieder schnell zurück zum Monitor, als würde er sich selbst daran erinnern, dass es da noch 27 E-Mails gibt, die dringend beantwortet werden müssen. Der Multitasker beherrscht es, zu jeder Zeit „anwesend“ zu wirken, ohne wirklich irgendwo zu sein.
Nun, ein kleiner Hinweis an alle Multitasker da draußen: Auch wenn es verlockend ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, denkt daran – Meetings sind nicht der richtige Ort, um den Titel „Meister der Ablenkung“ zu gewinnen. Wenn der Laptop plötzlich das einzige ist, das eure ganze Aufmerksamkeit bekommt, wird das Meeting zu einer besonders einseitigen Angelegenheit – und wer weiß, vielleicht entgeht einem ja genau dann der entscheidende Moment, in dem jemand eine echte Lösung präsentiert. Denn, wie wir alle wissen, geht der „Multitasking-Mythos“ nur so lange, bis wir merken, dass wir am Ende gar nicht mitbekommen haben, worum es überhaupt ging. Und dann? Wieder nach dem nächsten Meeting fragen, natürlich!
Der „Ich will noch schnell etwas loswerden“-Moment
Der „Ich will noch schnell etwas loswerden“-Moment – jeder kennt ihn, jeder fürchtet ihn, und doch tritt er immer wieder auf, wie ein ungebetener Gast, der die Feier sprengt. Es ist der Kollege, der plötzlich aufsteht, als wäre ihm der geniale Gedanke der letzten Stunde eingefallen und der nun in letzter Sekunde noch etwas „Wichtiges“ zur Diskussion beisteuern muss. Dabei hat dieser Gedanke, ehrlich gesagt, wenig mit dem aktuellen Thema zu tun, doch das hindert unseren Gesprächspartner nicht daran, in voller Überzeugung zu verkünden: „Ich habe das Gefühl, es wurde noch nicht genug gesagt über…“
Und dann folgt der Moment der Stille. Alle starren auf den Sprecher, der sich voller Elan und mit einer Überzeugungskraft, als wäre er der erste Mensch, der dieses Thema anspricht, entfaltet. Doch spätestens nach den ersten 2 Minuten merkt jeder: Es war bereits alles gesagt – und dieser Beitrag ist die epische Wiederholung des Bekannten, das niemand mehr hören wollte. Aber es ist zu spät. Der Kollege hat seine Chance genutzt, und nun sind wir alle gezwungen, diesen „Gedanken“ bis zum Ende zu hören.
Der "Ich will noch schnell etwas loswerden-Moment" kommt immer zur richtigen Zeit
Der „Ich will noch schnell etwas loswerden“-Moment ist eine Kunstform, die immer zur richtigen Zeit kommt – nämlich dann, wenn alle schon längst den Schlussstrich unter das Thema gezogen haben. Wenn jemand seine Hand hebt und sagt: „Ich möchte noch kurz anmerken…“, dann weiß jeder: Hier geht es nicht um eine Ergänzung, sondern um die berühmte „letzte Runde“, die alles in die Länge zieht. Ein bisschen wie der berühmte „Letzte-Ausgabe-Artikel“ einer Tageszeitung, den man zu spät aufgibt, nur damit dann plötzlich alle Fragen entstehen, die niemand wirklich beantworten kann.
Ein Zitat, das diesen Moment treffend beschreibt, kommt aus einem Meeting, das, wie viele andere auch, mit einer letzten, „kleinen“ Bemerkung endete: „Ich glaube, wir sollten das auf jeden Fall noch mal ansprechen – und zwar beim nächsten Meeting.“ Und hier sind wir wieder: Der Kreis schließt sich. Das Thema bleibt offen, und der „Ich will noch schnell etwas loswerden“-Moment geht in die Geschichte jedes Meetings als der Moment ein, der immer dann kommt, wenn der Kaffee schon längst alle ist und alle sich darauf freuen, endlich die Bürotür hinter sich zu schließen.
Der „Endlich Schluss“-Effekt
Es gibt diesen magischen Moment in jedem Meeting, den wir alle erwarten: der „Endlich Schluss“-Effekt. Es ist der Augenblick, in dem alle im Raum kollektiv spüren, dass das Ende nun wirklich nahe ist. Die Agenda ist durchgearbeitet, die letzten Fragen sind „beantwortet“, und die erlösende Erkenntnis macht die Runde: „Gleich können wir alle wieder in die Freiheit!“
Doch dann, wie aus dem Nichts, kommt er – der letzte Kommentar, die eine Frage, die auf den letzten Metern das gesamte Tempo der Sitzung ausbremst. Der Kollege, der sich in dem Moment fragt, ob das wirklich alles war, der dann noch ganz schnell ein Thema anbringt, das niemand so wirklich auf dem Schirm hatte – und die ganze Gruppe schockiert aufhorcht. Eine Bemerkung wie: „Ähm, ich habe noch eine Frage zu Punkt 3b, und da geht es um…“ – und plötzlich starrt jeder wieder auf die Uhr, als wäre der Ausgang eines Dramas nur noch eine Frage der Zeit.
Es ist der Moment, in dem der innere Timer für alle zu ticken beginnt, und die Hoffnung, das Meeting „einfach mal schnell zu beenden“, immer weiter in die Ferne rückt. Der klassische Kommentar kommt dann auch immer wieder: „Na, wir sind ja fast durch!“ – ein Satz, der in der Runde genauso oft gesagt wird wie der legendäre „Letzte Punkt auf der Agenda“, den niemand wirklich beachtet.
Die letzten paar Minuten dehnen sich wie Kaugummi
Doch trotz der Erleichterung, dass der Schluss endlich greifbar ist, gibt es immer diese letzten paar Minuten, die sich dehnen, wie Kaugummi. Da wird dann über Dinge gesprochen, die eigentlich schon längst geklärt wurden, aber jeder fühlt sich verpflichtet, noch etwas beizutragen – als wäre es das große Finale. Ein Kollege, der mit einem humorvollen „Ich weiß, wir sind fast durch, aber ich wollte noch mal schnell was sagen…“ den letzten Funken Hoffnung aus der Runde raubt, um dann im Nebensatz ein neues Thema anzufangen. Die anderen stöhnen innerlich, aber jeder weiß, es ist der Moment, in dem sich alle der finalen „Abschiedskrise“ stellen müssen.
Und dann gibt es immer diesen einen letzten Satz, der wie ein „Ende gut, alles gut“-Moment wirkt: „Gut, wenn da sonst nichts mehr ist, dann können wir ja schließen…?“ – und auch wenn die Antwort auf diese Frage eigentlich längst bekannt ist, wird sie nochmal gestellt. Es ist der Versuch, das Ende der Sitzung offiziell zu machen, auch wenn jeder im Raum bereits seit den letzten 10 Minuten innerlich den Meetingraum verlassen hat.
Am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Meetings haben ihre eigenen Gesetze, und egal wie sehr man auf den „Endlich Schluss“-Effekt hinarbeitet, es gibt immer noch ein paar letzte Sekunden, die einem das Gefühl geben, als hätte man gerade eine diplomatische Friedensverhandlung abgeschlossen – nur eben ohne den Applaus. Aber hey, das nächste Meeting ist ja schon wieder in Sicht.
Die 10 besten Meeting-Zitate: Wortgefechte aus der Realität
Jedes Meeting hat seine eigenen „Wahrheiten“ – und sie kommen meistens in Form von Zitaten, die schon längst Kultstatus in der Büro-Welt erlangt haben. Diese Sprüche sind so untrennbar mit der Meeting-Kultur verbunden wie der Duft von Kaffeetassen und das ständige Klicken von Tastaturen. Sie sind die heimlichen Klassiker, die jedes Meeting überleben und sich in jeder Besprechung wiederholen, egal wie sehr sich die Zeiten ändern. Hier eine Sammlung der besten (und humorvollsten) Meeting-Zitate, die jeder von uns schon mal gehört hat – oder vielleicht auch selbst schon mal unbewusst von sich gegeben hat.
1. „Das kann ich nicht alleine entscheiden.“ Dieser Satz wird in jedem Meeting zu einer der ultimativen Ausflüchte. Jeder kennt ihn – er kommt meistens genau dann, wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, die eigentlich jeder in der Runde selbst treffen könnte. Aber irgendwie gibt es immer den berühmten „Teamgeist“, der plötzlich durch die Reihen weht. Es ist der Moment, in dem keiner wirklich Verantwortung übernehmen möchte, aber trotzdem jeder mit einem Mangel an Durchsetzungsvermögen glänzt.
2. „Lass uns das im Meeting besprechen.“ Ah, der Klassiker. Diese Phrase ist wie das „Auge des Sturms“ jedes Meetings. Irgendjemand hat das Gefühl, dass ein Thema wirklich wichtig ist – und schwupps, schon wird es in das nächste Meeting verschoben. „Lass uns das im Meeting besprechen“ ist der ultimative Trick, um alles auf die lange Bank zu schieben, weil wir alle wissen: Irgendwann wird sowieso niemand mehr wissen, worüber wir eigentlich reden wollten. Und so wird der Kreis immer wieder neu geschlossen.
3. „Das sollten wir beim nächsten Meeting klären.“ Ein echtes Meisterwerk der Prokrastination. Nichts sagt „Ich weiß, das Thema brennt, aber ehrlich gesagt habe ich keine Lust, es heute zu entscheiden“ besser als dieser Satz. Wer kennt sie nicht, diese endlosen To-do-Listen, die nie wirklich abgearbeitet werden, sondern stattdessen als ewige Begleiter von einem Meeting ins nächste wandern? Der „nächste Termin“ ist schon sicher – aber die Frage, ob wir wirklich weiterkommen, bleibt offen.
4. „Ich glaube, das können wir noch schnell klären.“ Ah, der sprichwörtliche „Fehler“ im Meeting – und zwar der Moment, in dem jemand plötzlich alles auf einmal „noch schnell“ klären möchte. In Wahrheit ist es genau das Gegenteil: Eine halbe Stunde wird plötzlich für ein Thema aufgebracht, das eigentlich in der Kaffeepause besprochen hätte werden können. Und während alle anderen ihre Kaffeetassen nachfüllen, wird hier noch versucht, das Unlösbare in wenigen Minuten zu erklären.
5. „Das steht auf der Agenda.“ Eine großartige Antwort auf jede Frage, die man in einem Meeting stellt, aber niemand zu beantworten weiß. Es ist der Satz, der nicht wirklich eine Antwort liefert, sondern die subtile Erinnerung daran, dass es irgendwo einen Punkt gibt, der „später“ besprochen werden muss – irgendwann, irgendwann in der fernen Zukunft, aber auf keinen Fall jetzt. So wird das Meeting zur Endlos-Schleife aus ungenauen Versprechungen und Geduld, die immer weiter strapaziert wird.
6. „Das müssen wir nochmal durchdenken.“ Ein eleganter Ausweg, der nie zu einer echten Lösung führt. Man hat das Gefühl, ein sehr tiefgehendes Gespräch zu führen, aber irgendwie verschwimmen alle konkreten Ergebnisse hinter der wiederholten Aufforderung, „es nochmal durchzudenken“. In der Praxis ist das meist der Zeitpunkt, an dem alle den Raum betreten, um die letzte Kaffeetasse zu holen, während der Satz in der Luft schwebt wie der Startschuss für eine nächste Runde des „Nachdenkens“.
7. „Ich stimme dem grundsätzlich zu, aber…“ Dieses Zitat ist der Beginn jeder Diskussion, in der das „Aber“ die eigentliche Botschaft trägt. Es gibt Zustimmung, ja – aber leider auch eine Vielzahl von „kleinen“ Bedenken, die das Thema im Nu auf den Kopf stellen. Der „Ich stimme grundsätzlich zu, aber“-Satz ist die Ticket-Übergabe für den Beginn einer niemals endenden Debatte, die mit dem ersten „aber“ startet und mit einem weiteren „vielleicht beim nächsten Meeting“ endet.
8. „Wir sollten das doch mal im Team besprechen.“ Ein weiterer Klassiker! Wenn das Meeting sich dem Ende zuneigt und sich die Diskussion in eine Richtung entwickelt, die nicht so recht ins Konzept passt, dann ist dieser Satz die ultimative Möglichkeit, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Wer braucht schon Lösungen, wenn man stattdessen in einer weiteren Runde Teammeetings neue Ideen „durchkauen“ kann?
9. „Das wird dann im Nachgang geklärt.“ Dieser Klassiker wird immer wieder gerne verwendet, wenn niemand so recht eine Lösung parat hat, aber irgendwie das Gefühl vermittelt werden muss, dass die Sache doch noch geklärt wird – irgendwann. Oft wird hiermit das Thema schnell vom Tisch gewischt, während man im Hinterkopf weiß, dass „Nachgang“ eigentlich so viel heißt wie „vielleicht in einer Woche, wenn wir uns zufällig noch daran erinnern“. Es ist die charmante Art, Verantwortung in die Zukunft zu verschieben.
10. „Könnten wir das bitte in einem separaten Meeting besprechen?“ Ah, der Satz, der oft mit einem leichten Augenrollen begleitet wird, wenn plötzlich etwas aufkommt, das wirklich niemand anderes im Raum interessiert. Der „Seperat-Termin“-Satz ist die goldene Karte, um das eigene Thema aus dem Meeting zu retten und sich die nächste Stunde mit weniger relevanten Themen zu verschonen. Und natürlich wird das „separate Meeting“ nie so stattfinden, wie man es sich vorstellt. Denn im echten Leben landen diese Themen schnell auf der Agenda des nächsten „separaten“ Meetings.
Diese Zitate sind die „Wörter des Wissens“, die in jedem Meeting auftauchen, egal wie oft wir versuchen, uns von ihnen zu lösen. Sie sind die ewigen Begleiter, die das Meeting-Universum zusammenhalten – und uns immer wieder daran erinnern, warum Meetings oft weniger Produktivität und mehr Gespräche bieten. Aber mal ehrlich – ohne diese Sprüche wäre ein Meeting wahrscheinlich nur halb so unterhaltsam.
Fazit Team-Meetings: Mehr Reden als Handeln – oder doch alles wichtig?
Vielleicht ist es ja doch gar nicht so schlimm, dass in Meetings mehr geredet als gehandelt wird. Immerhin ist es durch das endlose Besprechen von Themen möglich, sich in jeder Sitzung der Wahrheit ein Stückchen näher zu kommen – auch wenn diese Wahrheit oftmals eine halbe Stunde länger auf sich warten lässt, als man eigentlich geplant hatte. Vielleicht müssen wir manchmal einfach viel reden, um später schneller handeln zu können. Schließlich ist es wie bei einem langen Roadtrip: Man braucht vielleicht länger, um den richtigen Weg zu finden, aber wenn man endlich ankommt, fühlt sich der Erfolg umso süßer an.
Und vielleicht war das letzte Meeting ja gar nicht so sinnlos, wie es auf den ersten Blick erschien. Vielleicht war es der Moment, in dem wir nicht nur einen wichtigen Punkt auf der Agenda abhaken konnten, sondern auch ein bisschen mehr über unsere eigenen Geduldskräfte und den Wert von gemeinsamen Gesprächen gelernt haben. Wer weiß? Vielleicht hat der endlose Austausch sogar den Raum für eine noch bessere Lösung geschaffen – auch wenn niemand am Ende so genau sagen kann, wie wir genau dorthin gekommen sind.
Humor als Lösung?
Und hier kommen wir zu einer der wichtigsten Fragen: Wie können wir die Meeting-Kultur verbessern, ohne den Humor zu verlieren? Denn seien wir mal ehrlich, ohne die humorvollen Zwischenmomente, in denen wir über die unvermeidlichen „Ich wollte noch schnell etwas anmerken“-Momente schmunzeln oder gemeinsam das „Wir sind fast durch“-Gefühl erleben, wären Meetings nur halb so unterhaltsam – und ganz sicher nicht so verbindend.
Vielleicht brauchen wir einfach eine Mischung aus mehr Struktur und weniger ernsthafter Selbstkritik. Ein humorvoller Umgang mit der unvermeidlichen Tatsache, dass nicht jedes Meeting direkt zur großen Lösung führt, könnte dazu beitragen, dass wir weniger frustriert und mehr motiviert aus unseren Besprechungen hervorgehen. Also, lasst uns das nächste Meeting mit einem Lächeln beginnen und vielleicht ein paar dieser lustigen, aber produktiven Meeting-Tipps ausprobieren. Denn manchmal ist es der humorvolle Blick auf das große Ganze, der uns tatsächlich voranbringt – auch wenn wir noch ein paar Mal „Das müssen wir beim nächsten Mal klären“ hören.