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Jobhopping: Vor- und Nachteile häufiger Jobwechsel

Jobhopping: Vor- und Nachteile häufiger Jobwechsel
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Jana Fast am 16.08.2016

Wie lange waren Sie bei Ihrem letzten Arbeitgeber angestellt? Immer mehr Studien belegen, dass die Dauer von Beschäftigungsverhältnissen in einem Unternehmen abnimmt. Vom Berufseinstieg bis in die Rente bei ein und demselben Arbeitgeber? Heutzutage fast unvorstellbar. Im Durchschnitt wechselt der „moderne Arbeitnehmer“ seinen Job etwa alle vier Jahre. Die Einen tun dies aus rein privaten Gründen. Die Anderen versprechen sich dadurch Vorteile für ihre Karriere. Worin auch immer die Ursachen für regelmäßige Jobwechsel begründet liegen: Wir gehen diesem neuen Arbeits-Trend, der, wie kann es auch anders sein, aus den USA kommt, nach und klären alle Fragen rund ums „Jobhopping“!

 Jobhopping: Eine kleine Definition

Ein Jobhopper ist ein Arbeitnehmer, der relativ häufig seinen Arbeitgeber wechselt. Wer allerdings intern häufiger mal die Position wechselt, ist kein Jobhopper. Beförderungen oder die Versetzung in eine andere Abteilung zählen zwar auch als Jobwechsel, doch haben diese Art von Jobwechsel nichts mit dem amerikanischen Trend „Jobhopping“ gemeinsam. Denn unter Jobhopping versteht man einzig und allein den Wechsel von einem Unternehmen ins andere, und dass innerhalb einer kurzen Zeit. Damit man also von Jobhopping sprechen kann, muss man etwa alle drei Jahre oder häufiger den Arbeitsplatz wechseln.

Die Suche nach neuen Herausforderungen, Unterforderung im alten Job, zu viel Stress oder ein zu weiter Arbeitsweg: Es gibt zahlreiche Gründe für Arbeitnehmer, sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz zu machen. Wer häufig den Job wechselt verdient in der Regel auch mehr Geld. Denn wo bei internen Gehaltsverhandlungen ein Plus von nur etwa 3% drin ist, kann bei Gehaltsverhandlungen um einen neuen Job wesentlich höher gepokert werden. Auf der anderen Seite ist man immer wieder der oder die „Neue“ und muss sich die Anerkennung von Kollegen und Vorgesetzten erst noch verdienen. Dient das Jobhopping nun als Mittel für einen schnelleren Aufstieg auf der Karriereleiter? Oder birgt es zu viele Ungewissheiten und potenzielle Nachteile?

Die Vorteile von Jobhopping

  • Breites Spektrum an Praxiswissen und Berufserfahrung
  • Branchenübergreifendes Know-How
  • Schnellere Auffassungsgabe und Einarbeitung in neue Aufgaben
  • Jobhopper sind motivierter, da sie einen guten Eindruck beim neuen Arbeitgeber machen wollen
  • Sie haben ein höheres Gehalt als Arbeitnehmer, die lange in einem Unternehmen beschäftigt sind
  • Jobhopping zeugt von Mut, sich gerne neuen Herausforderungen zu stellen
  • Kreativere Arbeitnehmer, da sie regelmäßig „über den Tellerrand blicken“
  • Flexible Lebensgestaltung möglich, die an die persönlichen Bedürfnisse des Arbeitnehmers angepasst sind

Die Nachteile von Jobhopping

  • Potenzielle Arbeitgeber können mit Jobhopping Sprunghaftigkeit und Unzuverlässigkeit assoziieren
  • Jobhopping lässt Personaler an Ihrer Integrität und Loyalität zweifeln
  • Unentschlossenheit und Planlosigkeit können Jobhoppern unterstellt werden
  • Lange Einarbeitungsphasen verhindern, dass Erfolge erzielt werden können, stattdessen muss viel Neues gelernt werden
  • Jobhopping könnte ein Indiz dafür sein, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer nahegelegt hat, sich nach einer anderen Stelle umzusehen
  • Arbeitgebern fehlt die Konstanz bei Jobhoppern
  • Personaler stellen lieber Bewerber ein, die sich auf längere Sicht im Unternehmen einbringen wollen

Die Bewerbung: Wie begründet man Jobhopping im Lebenslauf?

Ein ganz zerpflückter Lebenslauf mit vielen kurzen Stationen hier und da macht nicht gerade einen professionellen Eindruck. Dabei gibt es bei dem Modell Jobhopping durchaus auch viele Vorteile. Diese gilt es für die Bewerbung herauszuarbeiten. Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie Ihre Brüche im Lebenslauf nicht versuchen zu vertuschen! Wer falsche und unvollständige Angaben in seinen Bewerbungsunterlagen macht, kann fristlos gekündigt werden!

Anstatt sich also für häufige Arbeitgeberwechsel zu verstecken, sollten Sie mutig die Vorteile Ihrer Entscheidungen herausarbeiten. Und nicht immer sind Sie als Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich: Für betriebsbedingte Kündigungen aufgrund einer Insolvenz oder Umstrukturierung bei Ihrem Arbeitgeber können Sie nichts. Die Gründe für den Arbeitgeberwechsel sollten daher ruhig auch kurz im Lebenslauf erwähnt werden.

Damit Ihnen die Personalabteilung nicht unterstellen kann, Sie wären plan- und orientierungslos, sollten Sie eine Struktur herausarbeiten. Ähneln sich viele Jobs auf dem Lebenslauf, dann fassen Sie  diese unter einen Punkt zusammen und Beschreiben Sie kurz, was Sie in diesen geleistet haben. Gibt es im Tätigkeitsbereich der unterschiedlichen Jobs Gemeinsamkeiten? Unterstreichen Sie diese oder markieren Sie diese in „Fett“, damit der kritische Personaler gleich einen roten Faden in Ihrem beruflichen Werdegang erkennt. Nicht nur im Lebenslauf, sondern auch im Anschreiben können Sie gute Gründe für das Jobhopping aufführen. Hier ein paar Beispielformulierungen, mit denen Sie überzeugen können:

Um meine Branchenkenntnisse zu erweitern, ...
Um mich auf dem Gebiet xxx besser zu spezialisieren, ...
Weil der neue Arbeitsplatz vielversprechendes Entwicklungspotenzial bot, ...

Stehen Sie hinter Ihren Entscheidungen, denn nur dann können Sie diese auch souverän verkaufen und sich selbstbewusst als gut ausgebildete und erfahrene Fachkraft beim neuen Arbeitgeber präsentieren. Unser Fazit zum neuen Trend Jobhopping: Die richtige Mischung macht's! Lassen Sie das Jobhopping nicht zur Gradwanderung zwischen Karriereturbo und Karrierekiller werden. Jeder Jobwechsel sollte genauestens abgewägt werden. Ob Jobhopping nun mehr Vor- oder Nachteile bietet, muss jeder Arbeitnehmer für sich und seine persönliche Situation selbst entscheiden.