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Intelligente Roboter: Wie wird künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern?

Intelligente Roboter: Wie wird künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändern?
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Jana Fast am 23.09.2016

Wissenschaftler sind sich sicher: Wir nähern uns einer Entwicklung, in der Maschinen in der Lage sein werden, die Leistungen des Menschen in so gut wie allen Bereichen zu übertreffen. Moshe Vardi, Professor an der Universität in Texas warnt, man müsse sich jetzt mit der Frage auseinandersetzten, welche Aufgabe der Mensch noch hat, wenn Maschinen fast alles tun können.

Intelligente Roboter bewegen sich rasend schnell von den Forschungslaboren in die freie Wirtschaft und mitten in unsere Gesellschaft. Der neuste Durchbruch: Roboter beginnen, zu sehen und zu hören, wie Menschen es tun. Kein Wunder, Technologie-Riesen wie IBM, Google und Microsoft stecken jährlich Milliarden Dollar in die Entwicklung Künstlicher Intelligenz.

Wissenschaftler prognostizieren, dass bis zum Jahr 2045 mehr als 50% der Einwohner in den USA arbeitslos sein wird. Stephen Hawking befürchtet, dass Künstliche Intelligenz womöglich das schlimmste sein könnte, was dem Menschen je zustoßen wird. Doch man ist sich sicher: Man kann die Entwicklung und den Fortschritt dieser Technologien nicht mehr aufhalten. Was wir jetzt brauchen, ist ein Plan. Wie lässt sich das Leben, dass wir kennen, umstrukturieren? Entsteht eine neue post-arbeitsgesellschaft?

Warum brauchen wir Roboter in der Jobwelt?

Da, wo Akkuratheit und Präzision gefragt sind, haben uns Roboter etwas voraus. Auch was die gleichbleibende Qualität angeht sind die neuen Technologien einen Schritt weiter. Denn sie werden weder müde, noch lassen sie sich ablenken oder durchlaufen im Laufe des Tages Konzentrationsschwankungen.

Kurz: Durch den Einsatz von Robotern erhöht sich die Effizienz des Arbeitsprozesses. Aus diesem Grund greift der Einsatz dieser immer weiter um sich. Mit dem Fortschritt moderner Technologien, entstehen jetzt auch noch intelligente Roboter, die in vielen Bereichen besser arbeiten werden können, als der Mensch.

Intelligente Roboter ersetzen Arbeitnehmer - Welche Jobs sind in Gefahr?

  • Industrie: Bereits heute sind große Industrie-Roboter im Einsatz. Sie erledigen Routineaufgaben, doch in absehbarer Zeit, wenn Ihre Fähigkeiten weiter fortschreiten, können kleinere Roboter in diversen Bereichen eingesetzt werden. Forscher prognostizieren, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre viele Tätigkeiten im Bereich der Produktion von Robotern übernommen werden und damit sehr viele Jobs in diesem Sektor wegfallen werden.
  • Landwirtschaft: In Japan wird in Kürze eine Roboter Farm eröffnet. In diesem landwirtschaftlichen Betrieb werden Roboter eigenständig für den Anbau und die Ernte von Salaten sorgen. Auch bei uns keine Zukunftsvision mehr: voll automatische Gewächshäuser können bald für den Verlust vieler Arbeitsplätze verantwortlich sein. Auch die Bestellung von Ackern kann automatisiert werden, sodass Landwirte kaum noch selbst Hand anlegen müssen
  • Gesundheitswesen: Seit 1999 werden neue Technologien bei Operationen eingesetzt. Seitdem ist die Sterberate aufgrund von Komplikationen in Operationssälen drastisch zurückgegangen. In einer Langzeitstudie in einem Zeitrum von 14 Jahren konnten bei knapp zwei Millionen Operationen lediglich 144 Todesfälle auf Fehler von Robotern oder Maschinen zurückgeführt werden. Trotz Einsatz intelligenter Maschinen bleiben Ärzte und Chirurgen zwar nach wie vor unverzichtbar, doch können Sie mit der Fehlerquote dieser nicht mithalten.
  • Verkehr und Logistik: Drohnen anstatt LKWs. Ein neuer Service von Amazon, der gerade in Großbritannien getestet wird, verspricht eine Lieferung innerhalb von 30 Minuten. Egal ob man eine Sache wie ein Buch bestellt, oder sich seinen Wocheneinkauf bequem nach Haues liefern lassen möchte. Auch elektrische Autos, die selbstständig fahren, werden in den Niederlanden und in den USA getestet. Bei der Bevölkerung herrscht zwar noch Skepsis, doch Experten sind sich sicher: In den kommenden 25 Jahren wird autonomes Fahren zum Alltag gehören. Sogar Taxis werden schon getestet, die ohne Fahrer von A nach B fahren.
  • Kaufmännisches: Kaufmännische Angestellte werden es in Zukunft auch schwer haben. Denn Maschinen sind in der Lage, aus Unmengen an Daten die richtigen Informationen herauszufiltern und zu verarbeiten. Auch Rechtsanwaltsfachangestellte und Buchhalter sind betroffen. Die klassischen Büro-Jobs könnten innerhalb der nächsten 30 Jahre von intelligenten Robotern übernommen werden.
  • Dienstleistungsbranche: Haben Sie sich schon einmal mit Apple's Siri unterhalten? So oder so ähnlich sollen in Zukunft die Mitarbeiter eines Call-Centers klingen. Voll automatisierte Antworten auf die unterschiedlichsten Verbraucher-Fragen können dann spezifisch abgespielt werden. Auch in unseren Supermärkten, die heute schon Selbstbedienungs-Kassen haben, werden wir vermutlich aufgrund weiterer technischer Fortschritte in Zukunft keine Kassierer mehr benötigen.

Intelligente Maschinen verändern die Arbeitswelt wie wir sie kennen

Diese Welle der Computerisierung wird sich auf die gesamte Jobwelt übertragen und keinen Beruf unberührt lassen, so die Wissenschaftler Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne. Welche Jobs bleiben noch übrig, wenn Roboter in Zukunft das Fahren übernehmen, das Übersetzten und Dolmetschen? Auch für die Arbeit am Fließband, für die es bisher jede Menge Produktionshelfer brauchte, kann in naher Zukunft einfach ein Roboter eingesetzt werden. Voll-automatisierte Lager tun ihr Übriges, sodass vor allem Arbeitsplätze, die eine breite Masse an Durchschnittsbürgern ausübt, in Gefahr sind.

Nicht nur der Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze stellt ein grundlegendes Problem dar: Es fehlt auch das Vertrauen in Maschinen und Roboter. Geht es darum, etwas zu bauen, auf dass wir uns im Notfall verlassen können, dann fühlen wir uns sicherer, wenn wir wissen, dass ein Mensch dieses Gerät zusammengebaut und sorgfältig geprüft hat. Wir würden vermutlich auch nicht zulassen, dass ein Roboter uns ohne Aufsicht eines Chirurgen am offenen Herzen operiert. Mit dieser Skepsis gegenüber den neuen Technologien sträuben wir uns gegen das Unaufhaltsame.

Damit „alte“ Jobs nicht schneller verschwinden, als neue kreiert werden können, ist es so wichtig bereits heute die Debatte einzuleiten. Wie kann unsere Arbeitswelt umstrukturiert werden, um sich der unaufhaltsamen technischen Revolution anzupassen? Bereits ab dem Jahr 2000 lässt sich beobachten: Mit dem Anstieg der Arbeitsproduktivität (aufgrund des Einsatzes von intelligenten Maschinen) fällt die Anzahl der Beschäftigten. Und diese Lücke zwischen den beide Parametern wird immer größer.

Was intelligenten Maschinen fehlt

Der Mensch verfügt über etwas, dass ein Roboter nicht hat: Kreativität und Intuition. Auch was die motorische Geschicklichkeit anbelangt ist der Mensch dem Roboter noch in einigen Punkten weit voraus. Zum Beispiel beim Gehen. Noch immer ist es einer Maschine nicht möglich, auf unebenem Untergrund zu laufen. Auch wenn es darum, Trost zu spenden und Zuneigung zu zeigen, beispielsweise bei der Pflege kranker Kinder, können Roboter in absehbarer Zeit noch nicht eingesetzt werden.

Wird Technologie am Ende wirklich eine Bereicherung für die Menschheit sein? Fortschritt bedeutet Veränderung. Ob diese Veränderung in eine positive oder in eine negative Richtung verlaufen wird, bleibt abzuwarten. Aufhalten können wir diese Entwicklung auf jeden Fall nicht. Am Ende bleibt nur festzuhalten: Arbeitnehmer müssen sich ebenfalls weiterentwickeln und bereit sein, eine neue Rolle einzunehmen, mit neuen Aufgaben in neuen Berufen.

Quellen:

techrepublic.com | Why AI could destroy more jobs than it creates, and how to save them

cnet.com | Robots could push unemployment to 50% in 30 years, prof says

theguardian.com | Will a lack of trust in robots hold back automation?

nytimes.com | How Tech Giants Are Devising Real Ethics for Artificial Intelligence

ft.com | AI and robots threaten to unleash mass unemployment, scientists warn