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Erfolgreich unglücklich - Darum bedeutet viel Geld nicht unbedingt viel Glück

Erfolgreich unglücklich - Darum bedeutet viel Geld nicht unbedingt viel Glück
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Sarah Kleemeyer am 24.05.2016

Für viele ist die Hauptmotivation auf der Arbeit das Geld. Je mehr man verdient, desto besser geht es einem, desto besser denken die Nachbarn von einem, desto weniger Sorgen hat man. Wer das wirklich glaubt, der könnte jedoch schon bald eine böse Überraschung erleben. Denn gerade die Erfolgreichen sind oft die, die am unglücklichsten sind.

Geld regiert die Welt – An diesem Sprichwort ist sicherlich etwas dran. Doch was zählt all das Geld, wenn man selbst einfach nur noch ausgebrannt ist? Wenn man nachts nicht mehr schlafen kann? Wenn man vor lauter Arbeit die Hobbys der eigenen Kinder nicht mehr kennt? Wenn man nicht einmal mehr Zeit hat, das ganze Geld überhaupt auszugeben?
Die Antwort ist simpel: Gar nichts. Und die meisten Gutverdiener wissen dies auch. Die Fallhöhe, der eigene Ehrgeiz und der allgemeine Leistungsdruck erlauben es ihnen jedoch nicht, wieder einen Gang herunter zu schalten. Sie sind gefangen in einer Spirale aus Arbeit, Arbeit, Arbeit – Und Depression.

Wie kommt es dazu, dass wir Erfolg als Maßstab für unser Glück sehen?

Psychologen aus aller Welt sind sich einig, dass Menschen insbesondere dann, wenn sie in etwas wirklich gut sind, auch zu Zufriedenheit neigen. Leider neigen Mensch auch noch zu etwas ganz anderem: Und zwar dazu, sich ständig zu vergleichen. Und je besser man wird, desto höher liegt auch die nächste zu erreichende Stufe und desto einfacher kann man „versagen“. Und genau dieser Teufelskreis ist es, der viele vermeintlich Erfolgreiche ins Burn-Out treibt. Denn Erfolg wird einfach viel zu oft mit Glück verwechselt.

Wie können Angehörige bei Depression und Burn-Out helfen?

Wenn der Betreffende sich selbst nicht mehr zu helfen weiß, ist es meist an seinen Angehörigen und Freunden, ihn wachzurütteln. Es gibt kein Patentrezept dafür, den Leistungsdruck abzuschwächen, und es gibt auch keine Allgemeinlösung, um das Vergleichsdenken zu beenden. Angehörige sollten jedoch unbedingt ihre Bedenken äußern, anstatt nur stumm zuzusehen. Außerdem können sie dem Betreffenden aufzeigen, was er bereits erreicht hat. Oftmals ist ihm „das was ist“ nämlich gar nicht mehr bewusst, da er nur noch auf das schaut, was andere haben.
Manchmal kann es auch helfen, einen Psychologen oder Homöopathen aufzusuchen, sofern der Patient dem Ganzen eine Chance einräumt und zur Mitarbeit bereit ist. Zusätzlicher Druck seitens der Familie wäre hier allerdings fehl am Platze.

Wie stellt man die berüchtigte Work-Life-Balance wieder her?

Oft hört man, dass Unternehmer nach der Arbeit noch joggen gehen. Für den Ottonormal-Arbeitnehmer erscheint dies meist als bloßes Mittel zur guten Figur. Die Meisten können sich nach einem anstrengenden Arbeitstag schließlich nicht mehr dazu aufraffen, auch noch körperlich aktiv zu werden.

Gerade für Workaholics ist aber genau dieser Ausgleich wichtig! Es muss nicht unbedingt das Laufen sein; Sie können genauso gut Judo machen oder ins Fitnessstudio gehen. Es geht nur darum, sich einen Ausgleich zu schaffen, die Arbeitssorgen für einen Moment zu vergessen und dem Körper und der Seele etwas Gutes zu tun. Im Grunde genommen muss es  nicht einmal Sport sein – Auch das Spielen eines Instrumentes oder das Basteln mit den Kindern eignen sich hervorragend zum Abschalten. Dabei geht zwar der Aspekt der körperlichen Aktivität verloren, man kann dafür aber vielleicht wieder mehr Zeit mit seinen Liebsten verbringen. Denn auch das kann Balsam für die Seele sein. Wichtig ist bei der Schaffung eines solchen Ausgleiches nur, dass die Aktivität nichts mit der Arbeit zu tun hat, sondern wirklich die Balance zwischen privatem und beruflichem Leben wieder herstellt.

Tipps für einen glücklichen Berufseinstieg

Wer noch in den Kinderschuhen seiner Karriere steckt, der sollte sich Folgendes von Anfang an merken: Erfolg ist nur bedingt der Maßstab unserer Leistungen. Viel liegt auch in Zufall und Glück begründet. Wer seine Zufriedenheit also ausschließlich an Geld knüpft und darüber vergisst, dass er auch noch abseits seiner Arbeit ein Leben hat, der wird später zwar der reichste, nicht aber der glücklichste Mann auf dem Friedhof sein. Man sollte bei all dem Streben nach Wohlstand nämlich nie vergessen, dass auch Liebe und Spaß maßgeblich zu einem erfüllten Leben dazu gehören.