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Dienstrad-Leasing: In die Pedale treten und Steuern sparen

Christiane Peters am 14.05.2021
ca. 1264 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 35 Sekunden
Dienstrad-Leasing: In die Pedale treten und Steuern sparen
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Inhalt:
  1. Was ist ein Dienstrad?
  2. Für wen lohnt sich ein Dienstrad?
  3. Dienstrad-Leasing: So funktioniert es!
  4. Das sind die Vorteile des Dienstrad-Leasings!
    1. Vorteil 1: Weniger Brutto, weniger Abgaben
    2. Vorteil 2: Mehr Fitness, besseres Wohlbefinden
    3. Vorteil 3: Mehr Motivation, höhere Leistungsbereitschaft
    4. Vorteil 4: Bekenntnis zur Umwelt
    5. Vorteil 5: Imageförderung
    6. Vorteil 6: Mehr Zeit
    7. Vorteil 7: Attraktiver Arbeitgeber
  5. Das sind die Nachteile des Dienstrad-Leasings!
    1. Nachteil 1: Bürokratischer Aufwand
    2. Nachteil 2: Geringere Rentenbeiträge
    3. Nachteil 3: Versicherung
    4. Nachteil 4: Mitarbeiter verlässt das Unternehmen
  6. Ein Dienstrad für jeden Mitarbeiter – so überzeugen Sie Ihren Chef!  
  7. Was geschieht mit dem Dienstrad bei Kündigung?

Haben Sie Ihr Auto auch bereits in der Garage stehengelassen und sind auf das Dienstrad umgestiegen, um zur Arbeit zu fahren? Immer mehr Beschäftigte haben das mit Unterstützung ihres Arbeitgebers in den letzten Jahren getan. Es gibt viele gute Gründe, das Pedelec zu nutzen. Die Schonung der Umwelt, die Stärkung der eigenen Gesundheit, aber auch das Sparen von Steuern können Auslöser dafür sein, eine andere Mobilitätsstrategie zu fahren. Wo liegen die Vorteile des Fahrradleasings? Wie lässt sich der Chef von der Nutzungsüberlassung des Dienstrads überzeugen? Und was hat der Arbeitgeber davon?

Was ist ein Dienstrad?

Bei einem Dienstrad handelt es sich um ein Fahrrad oder E-Bike, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen für die berufliche, meist jedoch auch für die private Nutzung zur Verfügung stellt.  

Für wen lohnt sich ein Dienstrad?

Aus finanzieller Sicht lohnt sich ein Dienstrad nicht für jeden Beschäftigten. Mitarbeiter mit hohem persönlichen Steuersatz haben deutlich bessere Karten. Es gilt, je mehr jemand verdient, desto attraktiver ist die Ersparnis durch das Leasing im Vergleich zum Privatkauf eines Fahrrades.   
Selbsttest: Sie können selbst ermitteln, ob sich das Dienstrad-Leasing für Sie rechnet. Auf den Webseiten der Leasingvertragsanbieter finden Sie spezielle Rechner. Hier geben Sie Ihre Gehaltshöhe, Steuerklasse und die Kosten für das Rad ein und erhalten so die Höhe der Ersparnis im Vergleich zum Kauf.  

Dienstrad-Leasing: So funktioniert es!

Nicht Sie als Arbeitnehmer leasen das Fahrrad, sondern Ihr Chef. Das ist wichtig, nur so können Sie von allen Vorteilen eines Dienstrades profitieren.

Das sollten Sie wissen:

  • Ihr Arbeitgeber schließt mit einem Leasinganbieter einen Vertrag ab.
  • Die Leasinglaufzeit umfasst in der Regel 36 Monate.
  • Die Leasing-Kosten variieren, sie ergeben sich je nach Wert des Fahrrads. Weitere Kosten ergeben sich aus Versicherungen sowie Reparatur und Wartungsleistungen. Die monatlichen Raten belaufen sich je nach Fahrrad in der Regel auf etwa 30 bis 100 Euro monatlich. Sie werden vom Arbeitgeber in Form einer Gehaltsumwandlung vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers gezahlt.  
  • Fahren Sie mit dem Rad auch privat, müssen Sie diese Nutzung als geldwerten Vorteil nach der 1-Prozent-Regel versteuern.
  • Für die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit kommen Sie auch in den Genuss der Pendlerpauschale. Für jeden zurückgelegten Entfernungskilometer und Arbeitstag werden Ihnen 30 Cent steuerlich angerechnet.
  • Die Nutzung des Dienstrades wird vertraglich geregelt. Das kann zum Beispiel im Arbeitsvertrag vermerkt werden, auch die Anfertigung eines Überlassungsvertrags ist möglich.  
  • Wenn möglich, sollte sich Ihr Arbeitgeber finanziell beteiligen und einen Teil der Leasingkosten übernehmen oder sich an den Wartungs- oder Reparaturkosten beteiligen. Finanzieren Sie das Dienstrad mithilfe der Gehaltsumwandlung allein, könnte das Finanzamt unter Umständen die steuerlichen Vorteile nicht anerkennen.
  • Ist die Leasingzeit beendet, so haben Sie die Möglichkeit, nach Rücksprache mit Ihrem Chef das Rad käuflich zu erwerben. Galt vor einigen Jahren ein Restwert von 10 % vom ursprünglichen Neuwert, so hat sich dieser in den letzten Jahren erhöht. Die Finanzbehörden setzen nun einen Wert von 40 % an.Das bedeutet in der Praxis: Wird das Rad gekauft, gilt weiterhin der Restwert 10 % vom Neupreis. Die Behörde berücksichtigt jedoch den angepassten Wert von 40 %. Diese Differenz von 30 % müsste der Käufer allerdings versteuern. Die meisten Leasinganbieter übernehmen jedoch die Steuerlast über die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG.

Das sind die Vorteile des Dienstrad-Leasings!

Mitarbeiter, die freiwillig ihr Dienstfahrzeug stehen lassen und lieber in die Pedale treten, verhalten sich aus ökologischer Sicht vorbildlich. Es gibt jedoch viele weitere positive Aspekte, die das Dienstrad-Leasing mit sich bringt. Das sind die wichtigsten Vorteile:

Vorteil 1: Weniger Brutto, weniger Abgaben

Ein geleastes Dienstrad bedeutet für Sie einen geldwerten Vorteil. Da Sie Ihren Bruttolohn minimieren und damit auch die steuerlichen Belastungen und Sozialabgaben reduzieren. Doch auch Ihr Chef profitiert von Ihrem umweltfreundlichen Fahrveralten, weil er weniger Sozialabgaben zahlt. Die Kosten für Reparatur, Wartung und die Raten sind außerdem als Betriebsausgaben absetzbar.   

Vorteil 2: Mehr Fitness, besseres Wohlbefinden

Radfahren ist gut für die Gesundheit. Das wirkt sich nicht nur auf den Bewegungsapparat aus, sondern auch auf die Psyche. Verschiedene Untersuchungen weisen immer wieder auf die positive Wirkung und die geringere Anfälligkeit für Krankheiten hin.  

Vorteil 3: Mehr Motivation, höhere Leistungsbereitschaft

Sport und Bewegung fördern die körperliche und geistige Fitness. Sie tragen damit auch zu mehr Motivation und Leistungsbereitschaft bei. Leistungsfähige Mitarbeiter fördern den Unternehmenserfolg.

Vorteil 4: Bekenntnis zur Umwelt

Radfahrende Mitarbeiter setzen ein Zeichen und unterstreichen damit ihr Umweltbewusstsein und entlasten die Firmenparkplätze. Auch Arbeitgeber können punkten, weil sie das Engagement ihres Beschäftigten unterstützen.

Vorteil 5: Imageförderung

Arbeitgeber können die Dienstfahrräder ihrer Mitarbeiter auch zur Imageförderung des Unternehmens einsetzen, in dem sie ihr Logo auf dem Rahmen platzieren.   

Vorteil 6: Mehr Zeit

Der allmorgendliche Stau auf den Straßen, ist für viele Mitarbeiter eine negative Erfahrung. Wer mit dem Rad kommt, entgeht diesem Problem und spart so auch noch eine Menge Zeit.  

Vorteil 7: Attraktiver Arbeitgeber

Unternehmen, die ihren Beschäftigten die Möglichkeit des Fahrrad-Leasings anbieten, können sich mit diesem Benefit auch von anderen Arbeitgebern abheben. Im Wettbewerb um Fachkräfte ist das ein starkes Argument.

Das sind die Nachteile des Dienstrad-Leasings!

Obwohl viele Argumente für das Dienstrad sprechen, gibt es einige Punkte, die Sie bei der Entscheidung pro Rad berücksichtigen sollten. Hier einige Nachteile:

Nachteil 1: Bürokratischer Aufwand

Die Beantragung und Verwaltung von Leasing-Verträgen ist mit zeitlichem Aufwand verbunden.

Nachteil 2: Geringere Rentenbeiträge

Die Gehaltsumwandlung bei einem Leasing-Vertrag verändert die Bemessungsgrundlage für Kranken- und Arbeitslosengeld. Auch hat sie Einfluss auf die Beiträge zur Rentenversicherung.

Nachteil 3: Versicherung

Das Dienstrad muss versichert werden. Welche Versicherung und welche Leistungen sind zu empfehlen? Die Klärung kostet Zeit und ist ein zusätzlicher Aufwand.

Nachteil 4: Mitarbeiter verlässt das Unternehmen

Was geschieht mit dem Dienstrad, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, bevor die monatlichen Raten gezahlt sind? Auch diesen Fall sollte man vertraglich absichern, ansonsten bleiben die Unsicherheiten hoch.

Ein Dienstrad für jeden Mitarbeiter – so überzeugen Sie Ihren Chef!  

Im Grunde genommen kann jeder Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein Jobbike zur Verfügung stellen. Schaut man auf die Zahlen, dann zeigt sich, wie groß das Interesse an dieser alternativen Mobilitätsform mittlerweile ist. Gut 250.000 Leasing-Diensträder sind heute bereits auf den Straßen unterwegs, Tendenz weiter steigend. Falls Ihr Arbeitgeber diese Möglichkeit des emissionsfreien Fahrens noch nicht anbietet, Sie aber auf das Fahrrad umsatteln möchten, weisen Sie ihn auf die Vorteile pro Dienstrad hin.

Hier einige Argumente, die Sie als Überzeugungshilfe nutzen können:

  • Recherchieren Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Dienstrad-Leasing.
  • Entwickeln Sie eine Strategie mit den wichtigsten Argumenten pro Dienstrad.
  • Arbeiten Sie die Vorteile, von denen insbesondere der Arbeitgeber profitiert, heraus.

Was geschieht mit dem Dienstrad bei Kündigung?

Je nachdem, was Sie mit Ihrem Arbeitgeber vertraglich vereinbart haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie mit dem Dienstrad umgegangen wird. Gehört das Fahrrad zum Firmeneigentum, wird Ihr Chef das Vehikel in der Regel bei einer Kündigung zurückhaben wollen. Liegt ein Leasing-Vertrag für das Jobbike vor, bieten sich verschiedene Lösungen an wie zum Beispiel:

  • Es erfolgt eine frühzeitige Kündigung des Leasingvertrags. Sie und Ihr Arbeitgeber müssen eine Lösung finden, was mit dem Rad geschieht.  
  • Wenn Sie einen anderen Job antreten, kann Ihr neuer Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen den Vertrag übernehmen.
  • Ein Kollege führt Ihren früheren Vertrag fort.
  • Ihr Arbeitgeber setzt den Vertrag fort und behält das Rad. Es gehört damit zum unternehmenseigenen Fahrzeugpool.

Über eine halbe Million Arbeitnehmer treten mittlerweile in die Pedale, um an ihren Arbeitsplatz zu fahren. Sie nutzen dazu nicht ihr privates Rad, sondern sind mit dem Jobbike unterwegs. Ein Dienstrad-Leasingvertrag macht es möglich. Das ist nicht nur gut für die Umwelt und die Gesundheit des radelenden Mitarbeiters, der zudem ein hochwertiges Fahrrad zu einem günstigen Preis nutzen kann. Auch immer mehr Arbeitgeber unterstützen den Wunsch ihrer Beschäftigten nach einem Dienstrad. Damit für beide Seiten eine Win-Win-Situation entsteht, sind jedoch einige Kriterien zu beachten.