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Die 10 häufigsten Fehler bei der Jobsuche

Die 10 häufigsten Fehler bei der Jobsuche
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Jana Fast am 14.12.2016

Wer denkt, dass man bei der Suche nach einem neuen Job nicht viel falsch machen kann, der irrt. Denn zwischen dem Durchschauen von Stellenangeboten und der ersten Kontaktaufnahme beim Wunscharbeitgeber liegen viele Stolperfallen verstreut. Die häufigsten Fehlerquellen liegen in einer schlechten Vorbereitung, in einer ungenauen Selektion der Stelleninserate und in der fehlenden Relevanz von Bewerbungsunterlagen. Lesen Sie hier, welches die zehn größten Fehler bei der Jobsuche sind, und wie Sie diese vermeiden können!

Vermeiden Sie diese 10 Fehler bei der Jobsuche

1. Sie beschränken Ihre Suche zu sehr

Die moderne Jobsuche erfolgt fast ausschließlich über das Internet. Kein Wunder, denn hier ist die Auswahl einfach am größten und der Bewerber kann bundesweit nach einer passenden Stelle Ausschau halten. Doch beschränken Sie sich nicht zu sehr auf einen Suchansatz. Schauen Sie nach, ob es in naher Zukunft eine Job- oder Karrieremesse in Ihrer Nähe gibt und besuchen Sie diese. Eine andere Möglichkeit: Ein Branchenevent in dem Bereich, in dem Sie eine neue Anstellung suchen. Besuchen Sie solche Veranstaltungen und schütteln Sie fleißig Hände. Dadurch erweitern Sie Ihr berufliches Netzwerk und erhöhen somit auch die Chance, über eine persönliche Empfehlung an ein attraktives Jobangebot zu gelangen!

2. Die Bewerbung ist falsch adressiert 

In Zeiten der Online-Bewerbungen, in denen Bewerber jederzeit und an jedem Ort mit ein paar einfachen Klicks eine Bewerbung abschicken können, passieren immer wieder große Patzer. Fehlerquellen lauern zwar überall, doch gerade weil dieses Bewerbungsverfahren so schnell und einfach ist, kommt es hier vermehrt zu Fehlern. Seien Sie achtsam und fügen Sie beim Abschicken Ihrer Unterlagen auch die richtigen Dokumente ein! Schicken Sie keine Bewerbung ab, die an einen ganz anderen Arbeitgeber adressiert war. Dieses No Go kann für Sie leider auf der Stelle das Aus bedeuten. 

Wichtig: Erstellen Sie für jedes Stelleninserat und für jeden Arbeitgeber eine eigene, neue Bewerbung! Wer einheitliche Anschreiben an eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitgeber schickt, hat kaum eine Chance auch nur bei einem wirklich zu überzeugen. Individualität im Anschreiben fängt schon bei der Adressierung an. Benennen Sie außerdem immer den richtigen Ansprechpartner. Die richtige Adresse einzutragen aber in der Anrede noch den Personalchef eines anderen Unternehmens aufzuführen ist ein absolutes No Go!

3. Der Lebenslauf ist nicht aktuell oder lückenhaft

Vor einigen Jahren haben Sie einen Lebenslauf geschrieben. Wenn Sie meinen, dass Sie diesen immer noch bedenkenlos verwenden können, irren Sie sich leider. Denn in diesem Dokument kommt es besonders auf Aktualität und Lückenlosigkeit an! Bevor Sie Ihren Lebenslauf als Anhang an Ihr Bewerbungsschreiben abschicken, sollten Sie diesen unbedingt auf den neusten Stand bringen. Überprüfen Sie folgende Daten: Sind die Telefonnummer und die Adresse noch korrekt? Haben Sie aktuelle, erfolgreiche Projekte aus Ihrem letzten Beschäftigungsverhältnis aufgenommen? Entspricht das Datum auf dem Lebenslauf dem Datum des Anschreibens?

Die Aktualität ist aber nicht der einzige Grund, weswegen der Lebenslauf noch einmal generalüberholt werden sollte. Auch Trends spielen nicht nur in der Modewelt, sondern auch bei der Jobsuche und im Bewerbungsverfahren eine Rolle! Heute wird es gern gesehen, wenn zum Beispiel Sprachkenntnisse, Soft Skills oder andere Qualifikationen grafisch dargestellt werden. Verdeutlichen Sie den Grad Ihrer Expertise mithilfe von Balken- oder Kreisdiagrammen. Solche Trends zu kennen und anzuwenden ist zwar kein Muss, zeigt aber, dass Sie wissen, was aktuell gefragt wird, was wiederum für manche Jobs ein wichtiges Einstellungskriterium sein kann!

4. Ihr Anschreiben kommt dem Personaler bekannt vor

Musterbewerbungen im Internet gibt es wie Sand am Meer. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Personaler sie alle kennt ist daher ziemlich gering denken Sie? Falsch gedacht! Das Übernehmen einzelner Textbausteine aus Musterbewerbungen und Vorlagen fällt geschulten Personalern auf! Bedenken Sie: Nur mit einem Anschreiben, dass individuell an einen potenziellen Arbeitgeber zugeschnitten ist und zeigt, warum ausgerechnet Sie perfekt auf die ausgeschriebene Stelle passen, kann Sie in die nächste Bewerberrunde bringen. Lässt sich in einem Anschreiben allerdings nicht erkennen, inwiefern Sie und das Jobangebot „matchen“, weil nur Floskeln und allgemeingültige Formulierungen verwendet wurden, ist die Wahrscheinlichkeit zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden eher gering.

5. Selbstmarketing nicht vergessen

Was ist es, dass Sie von anderen Bewerbern unterscheidet? Welche Ihrer persönlichen Fähigkeiten und Qualifikationen machen Sie zum perfekten Kandidaten für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz? Arbeiten Sie eine Argumentationsstruktur heraus und überzeugen Sie den Leser Ihrer Bewerbung, dass Sie die ideale Besetzung für das Unternehmen darstellen. Dazu gehört eben auch ein wenig Selbstmarketing. Dieses sollte immer individuell an den Arbeitgeber zugeschnitten sein. In einem international agierenden Konzern können Sie Ihre Sprachkenntnisse erwähnen. In einem kleinen Familienbetrieb sind eher andere Fertigkeiten gefragt. Achten Sie bei Ihrer Selbstvermarktung darauf, dass Sie nur Informationen über sich preisgeben, die für das Jobangebot auch wirklich relevant sind! Wer zu selbstsicher und arrogant klingt, fällt negativ auf! Verfallen Sie also nicht in Lobeshymnen über sich selbst, sondern geben Sie nur relevante Kenntnisse an. 

6. Ihre Qualifikationen decken sich nicht mit den Anforderungen 

Eine große Stolperfalle bei der Jobsuche ist das Missachten wichtiger Informationen in einer Stellenanzeige. Wenn Ihre Qualifikationen sich nicht mit den Anforderungen eines Unternehmens decken, dann ist eine Bewerbung in aller Regel nicht sinnvoll. Das gilt allerdings nicht für Fertigkeiten und Kenntnisse, die „nur“ gewünscht werden. Gewünschte Qualifikationen bringen einen Vorteil, sind aber keine Voraussetzung für eine Einstellung. Anders sieht es aus bei Fähigkeiten, die explizit als Anforderung an den Bewerber genannt werden, und ohne die man für das Ausüben des Jobs nicht geeignet wäre. Eine schlechte Selektion der Stelleninserate kostet Sie viel Mühe und Zeit, die Sie umsonst investiert haben. Wenn ein Jobangebot Sie interessiert, und Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die nötigen Voraussetzungen mitbringen, fragen Sie telefonisch beim Unternehmen nach, bevor Sie entsprechende Bewerbungsunterlagen erstellen.

7. Stolperfalle Social Media 

Noch bevor Sie damit anfangen, Bewerbungen abzuschicken, sollten Sie sich einmal selbst googeln. Was findet man über Sie? Löschen Sie Fotos, die Ihrer Karriere schaden könnten und gehen Sie sorgsam damit um, welche Bilder Sie mit der Öffentlichkeit teilen. Denn ein vermeintlich lustiges Partyfoto zeigt dem Personaler nicht, dass Sie gesellig sind, sondern lässt eher an Ihrer Seriosität zweifeln. Überprüfen Sie daher Ihren digitalen Fingerabdruck. Verschärfen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen und teilen Sie nur noch Bilder, von denen Sie sicher sein können, dass Ihr potenzieller neuer Arbeitgeber diese auch sehen kann, ohne dies negativ auszulegen. 

8. Wissen Sie eigentlich, bei wem Sie sich da bewerben? 

Sie haben es geschafft! Ihre Bewerbungsunterlagen konnten überzeugen. Im Vorstellungsgespräch möchten Sie jetzt endgültig beweisen, dass Sie der beste Kandidat für diesen Job sind. Doch dann kommen Fragen wie: „Was gefällt Ihnen an unseren Produkten/ Dienstleistungen besonders gut und was würden Sie anders machen?“ Oder „Warum möchten Sie gerade in dieser Firma arbeiten?“ Wer solche Fragen nicht beantworten kann, ist sehr schlecht vorbereitet ins Vorstellungsgespräch gegangen. Der potenzielle Arbeitgeber erhält so nicht gerade das Gefühl, dass Sie sich für die Arbeit  bei diesem sehr interessieren. Viel mehr vermittelt diese schlechte Vorbereitung, dass Sie einfach nur einen Job haben möchten. Irgendeinen. Ihr zukünftiger Arbeitgeber ist Ihnen egal. Vermeiden Sie diesen Fehler bei der Jobsuche und informieren Sie sich gründlich über potenzielle Arbeitgeber! Dann kann im Vorstellungsgespräch fast nichts mehr schief gehen! Die Recherche über einen potenziellen Arbeitgeber ist ein wichtiger Bestandteil der Jobsuche!

9. Fehler bei der Gehaltsverhandlung 

Im Laufe des Vorstellungsgespräches fällt das Thema Gehalt. Wenn Sie darum gebeten werden, Ihre Gehaltsvorstellung zu nennen, sollten Sie sich über diese Zahl bereits im Vorfeld reichlich Gedanken gemacht haben! Nennen Sie einen zu niedrigen Gehaltsvorschlag, kann dies als Indiz dafür gewertet werden, dass Sie sich als nicht qualifiziert genug für die Stelle sehen und auch mit viel Unsicherheit und Unwissenheit in den Job starten könnten. Fällt die Zahl zu hoch aus, kann Ihnen leicht Überheblichkeit und Arroganz unterstellt werden. Damit beides nicht eintrifft, sollten Sie sich gründlich mit diesem Thema auseinandersetzen und recherchieren, mit welchen Gehaltsspannen Sie in der angestrebten Position rechnen können.

10. Sie haben kein berufliches Netzwerk 

Streben Sie einen Jobwechsel in einer bestimmten Branche an, dann sollten Sie wissen, welche Arbeitgeber diese dominieren. Natürlich kann es auch nicht schaden, wenn Sie den ein oder anderen Namen kennen. Vitamin B ist ja bekanntlich oft der Schlüssel zum Erfolg. Bauen Sie sich frühzeitig ein berufliches Netzwerk auf. Über solche Kontakte kommen Sie nicht nur an spannende Jobangebote, sondern können auch intern durch Ihren Kontakt weiterempfohlen werden, sodass Ihre Bewerbung vielleicht sogar schon automatisch in die nähere Auswahl kommt! Erweitern Sie Ihr Netzwerk stetig und pflegen Sie Kontakte gut! Denn diese können Ihnen mit ein wenig Glück so manch eine Tür zu einem neuen Arbeitgeber öffnen.