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Business-Knigge: Mit diesen Tipps meistern Sie das Geschäftsessen!

Theresa Müller am 24.02.2020
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ungefähre Lesezeit 4 Minuten 33 Sekunden
Business-Knigge: Mit diesen Tipps meistern Sie das Geschäftsessen!
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Inhalt:
  1. Was ist ein Geschäftsessen?
  2. Was ist Knigge?
  3. Warum sind gute Manieren beim Geschäftsessen wichtig?
  4. Knigge-Tipps für das Geschäftsessen: So geht gutes Benehmen!
    1. Tipp 1: Seien Sie pünktlich
    2. Tipp 2: Begrüßen Sie den Chef zuerst
    3. Tipp 3: Seien Sie ein Gentleman
    4. Tipp 4: Trinken Sie nicht zu viel Alkohol
    5. Tipp 5: Prüfen Sie beim Wein verkosten nur die Qualität
    6. Tipp 6: Benutzen Sie das Besteck und die Gläser richtig
    7. Tipp 7: Verwenden Sie die Serviette richtig
    8. Tipp 8: Orientieren Sie sich bei der Speisenwahl am Gastgeber
    9. Tipp 9: Lassen Sie Ihr Handy in der Tasche und führen Sie Small Talk

Das Meeting war erfolgreich, Ihnen fällt ein Stein vom Herzen. Nun geht es noch zum Geschäftsessen. Sie denken: „Das ist kein Problem. Schließlich ist jetzt Pause, also kann ich auf alle Formalitäten verzichten.“ Das stimmt so leider nicht! Gerade beim Business-Essen ist die Gefahr groß, dass Sie in Fettnäpfchen treten und so einen schlechten Eindruck hinterlassen. Doch welche Benimmregeln sollte man kennen? Worauf ist zu achten? Was sind absolute No-Gos? Mit unseren 9 Tipps meistern Sie das nächste Geschäftsessen mit Bravour.

Was ist ein Geschäftsessen?

Wenn Sie mit Ihren Kollegen nach der Arbeit noch schnell einen Döner essen, ist das noch kein geschäftliches Essen. Eine Mahlzeit wird zum Geschäftsessen, wenn eine dienstliche Einladung vorliegt oder mindestens ein Vorgesetzter oder Geschäftspartner anwesend ist. Die Anlässe für Geschäftsessen sind vielfältig – zum Beispiel eine Betriebsfeier, ein Kundenmeeting oder ein Vorstellungsgespräch.

Geschäftsessen lassen sich übrigens von der Steuer absetzen, wenn drei Bedingungen erfüllt werden.

  1. Das Business-Essen erfolgt zu einem geschäftlichen Zweck. Zum Beispiel, um einen Vertrag zu unterzeichnen.
  2. Beim Essen sind betriebsexterne Personen anwesend.
  3. Ein Bewirtungsbeleg wurde korrekt ausgefüllt.

Was ist Knigge?

Der Ausdruck Knigge geht zurück auf den deutschen Schriftsteller Adolph Freiherr Knigge, der in seinem Buch „Über den Umgang mit Menschen“ 1788 eine Sammlung von guten Umgangsformen veröffentlichte. Knigge hat aber gar nicht beabsichtigt, ein förmliches Regelwerk zu entwickeln, an das sich alle halten sollten. Ihm war eher ein respektvoller Umgang und Anstand gegenüber anderen Menschen wichtig.

Berühmt wurde das Buch aber dann als Sammelwerk von Verhaltensregeln, die aufklären, wie gutes Benehmen funktioniert. Sie sind über die vielen Jahre immer wieder aktualisiert worden. Zum Beispiel wurden Regeln für den Umgang mit Smartphones ergänzt. Auch heute hat der Knigge, wie die Regeln mittlerweile verkürzt genannt werden, immer noch eine große Bedeutung – vor alle die Tischmanieren.

Warum sind gute Manieren beim Geschäftsessen wichtig?

Mit Sicherheit wollen Sie beruflich Erfolg haben, von Geschäftspartnern angesehen und von Vorgesetzten respektiert werden. Sie wollen sich von der Konkurrenz abheben, von den Kollegen geschätzt und ernst genommen werden. Das schaffen Sie zum einen, indem Sie bei Meetings mit fachlicher Kompetenz punkten. Aber zum anderen, wenn Sie Ihre guten Manieren unter Beweis stellen. Es ist sogar erwiesen, dass ein gutes Benehmen den Ausschlag für eine Jobzusage geben kann, wenn zwei Bewerber gleich geeignet sind. Wer also die Karriereleiter hochklettern will, der muss auch die gängigen Benimmregeln kennen und sich an sie halten.

Und das ist ja auch logisch. Kaum jemand würde Sie noch als kompetent wahrnehmen und respektvoll behandeln, wenn Sie sich in einer Situation außerhalb des Büros völlig daneben benehmen – selbst wenn Sie im Meeting geglänzt haben. Das gilt auch für Geschäftsessen. Dabei geht es im Gegensatz zu Meetings zwar meistens etwas lockerer zu, trotzdem immer noch wesentlich förmlicher als bei dem Kneipenbesuch mit Ihren Freunden.

Knigge-Tipps für das Geschäftsessen: So geht gutes Benehmen!

Sie wollen mit guten Manieren beim Geschäftsessen punkten. Doch worauf kommt es da eigentlich an? Folgende 10 Knigge-Tipps helfen Ihnen dabei, einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Tipp 1: Seien Sie pünktlich

Eigentlich selbstverständlich – aber trotzdem erwähnenswert, weil es so wichtig ist: Seien Sie zum Geschäftsessen pünktlich. Genauso unhöflich wie zu spät zu kommen ist es, deutlich zu früh da zu sein. Es könnte zum Beispiel bei einer Firmenfeier passieren, dass Sie dann noch mitten in die Vorbereitungen platzen.

Tipp 2: Begrüßen Sie den Chef zuerst

Wer zuerst begrüßt wird, richtet sich im Geschäftsleben nach der Hierarchie. Das heißt, dass Sie Ihrem Chef oder dem wichtigen Geschäftspartner immer zuerst die Hand reichen – also nicht unbedingt der Dame zuerst. Im privaten Umfeld ist das anders, hier regelt Geschlecht und Alter die Reihenfolge. Ein deutlicher Händedruck reicht vollkommen aus. Die Hände sollten aber nicht geschüttelt werden.

Tipp 3: Seien Sie ein Gentleman

Der Knigge sieht die Gentleman-Regel nicht mehr ganz so eng wie früher, trotzdem ist sie noch aktuell. Es gilt als gutes Benehmen, wenn der Herr der Dame die Jacke abnimmt und ihr später hineinhilft. Auch die Regel, dass der Mann der Frau die Tür offen hält, gilt noch. Wussten Sie auch, dass laut Knigge immer der Mann zuerst das Restaurant betreten soll? Dies stammt aus einer Zeit, als der Gaststättenbesuch auch mal gefährlich war und der Mann erst für die Sicherheit der Frau sorgen sollte.

Tipp 4: Trinken Sie nicht zu viel Alkohol

Alkohol zu trinken, ist bei Geschäftsessen nicht unüblich. Halten Sie den Alkoholkonsum trotzdem in Maßen. Jeder weiß, wie schnell gute Manieren alkoholisiert vergessen werden. Angestoßen wird – wenn überhaupt – nur mit Wein, Champagner und Sekt. Es ist übrigens laut Knigge erlaubt, den Alkoholkonsum jederzeit abzulehnen. Ein Grund muss nicht genannt werden.

Tipp 5: Prüfen Sie beim Wein verkosten nur die Qualität

Wein ist bei Geschäftsessen sehr beliebt. Wenn Sie die Auswahl getroffen haben und der Kellner Ihnen einen Schluck zum Testen einschüttet, dann prüfen Sie nur die Qualität: Hat der Wein die richtige Temperatur oder korkelt er? Es geht nicht darum, ob der Wein Ihnen schmeckt oder nicht. Ist alles in Ordnung, dann nicken Sie. So signalisieren Sie dem Kellner, dass nachgeschenkt werden darf. Die alte Regel „Weißer Wein zu hellem Fleisch und roter Wein zu dunklen Fleisch“ wird heutzutage übrigens nicht mehr so streng gesehen. Es ist erlaubt, was schmeckt.

Tipp 6: Benutzen Sie das Besteck und die Gläser richtig

Gerade bei einem Mehrgängemenü befinden sich mehrere Gläser und viel Besteck auf dem Tisch. Gläser werden von rechts nach links, Besteck von außen nach innen verwendet. Besteck für das Dessert kann auch oberhalb des Tellers liegen. Mit der „20-nach-8-Stellung“ zeigen Sie, dass Sie noch weiter essen und nur pausieren, die „20-nach-4-Stellung“ bedeutet, dass Sie fertig sind. Fassen Sie Gläser nur am Stiel an und machen Sie sie maximal bis zu einem Drittel voll. Ein No-Go ist, den kleinen Finger abzuspreizen. Das gilt als affektiert.

Tipp 7: Verwenden Sie die Serviette richtig

Es gehört sich, die Serviette auszubreiten und sich auf den Schoß zu legen. Es sei denn, Sie essen Hummer oder Krebs. Dann dürfen Sie sich sie um den Hals binden. Falls Sie zwischendurch aufstehen oder fertig mit dem Essen sind, legen Sie die Serviette links neben den Teller. Auf den Teller, zum Beispiel unter das Besteck, gehört die Serviette niemals! Außerdem ist es ein No-Go, sie als Taschentuch zu benutzen.

Tipp 8: Orientieren Sie sich bei der Speisenwahl am Gastgeber

Sie sind mit Ihrem Chef im Restaurant essen und er bestellt nur eine Hauptspeise – keine Vorspeise und kein Dessert? Dann sollten Sie sich daran orientieren. Wählen Sie außerdem nicht das teuerste Gericht der Karte. Denn wenn es vorher nicht anders vereinbart wurde, zahlt der Gastgeber.

Außerdem empfiehlt es sich, ein Gericht zu nehmen, das leicht zu essen ist. Wenn Sie beispielsweise Spare Ribs bestellen, müssen Sie Ihre Hände benutzen, was schnell unästhetisch wirkt. Außerdem ist da die Gefahr groß, dass Sie Ihre Kleidung beschmutzen. Achten Sie außerdem auf Ihre Haltung beim Essen. Ellenbogen gehören niemals auf den Tisch!

Tipp 9: Lassen Sie Ihr Handy in der Tasche und führen Sie Small Talk

Wenn Sie während des Geschäftsessens immer wieder Ihr Handy bedienen, wirkt das sehr unhöflich und desinteressiert. Lassen Sie Ihr Handy lieber in der Tasche und schalten es bestenfalls aus. Ein No-Go ist es, das Handy auf den Tisch zu legen.

Führen Sie stattdessen Small Talk. Sie können zum Beispiel über den Ort, an dem Sie sich befinden, sprechen. Weitere Themen, die sich anbieten, sind Städte, Reisen oder Sport. Vermeiden sollten Sie Politik, Religion, Krankheiten oder Tod. Wenn es zusätzlich um etwas Geschäftliches geht – zum Beispiel eine Vertragsunterzeichnung – sprechen Sie dies lieber nach dem Essen an.