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Augmented Reality könnte die Arbeitswelt wie wir sie kennen revolutionieren

Augmented Reality könnte die Arbeitswelt wie wir sie kennen revolutionieren
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Jana Fast am 23.09.2016

Man kann zwar noch nicht in die Zukunft sehen, doch wird man laut diverser Wissenschaftler und Technologie-Experten bald Zeuge davon, wie die reale und die virtuelle Welt immer mehr miteinander verschmelzen. Wie? Indem in unser Sichtfeld Informationen wie Grafiken oder Texte eingeblendet werden. Was heute fast ausschließlich in der Welt der Spiele genutzt wird, soll bald die Arbeitswelt revolutionieren. Mit Augmented Reality, der erweiterten Realität, sollen sich Arbeitsprozesse effizienter gestalten lassen, Mitarbeiter besser geschult werden und Verbraucher besser informiert und von einem umfangreicheren Service profitieren.

Auf Spielen und in einigen Apps ist es bereits heute möglich, eine computergestützte Wahrnehmung auf unsere Realität zu übertragen. Wer sich beispielsweise einen neuen Kleiderschrank kaufen möchte, kann diesen in einer App aussuchen. Nun nur noch das Handy auf die Stelle richten, an der das neue Möbelstück stehen soll, und schon kann mithilfe des Programms und der Handykamera auf dem Display erkannt werden, wie der Raum mit eben dem Wunschobjekt aussehen würde. Doch nicht nur das Konsumverhalten soll durch die Nutzung der erweiterten Realität revolutioniert werden: Experten prognostizieren, dass sich der Arbeitsalltag in vielen Berufen grundlegend verändern wird.

Ein neuer Einstieg in die Arbeitswelt mit Augmented Reality

Wer neue Mitarbeiter einstellt, muss diese zunächst anlernen. Besonders in der Anfangsphase unterlaufen dem Anfänger noch viele Fehler, die einem Unternehmen manchmal teuer zu stehen kommen. Doch nur wenn man etwas in der Praxis erprobt, kann man auch wirklich gut darin werden. Diesen Zwiespalt, der in verschiedenen Branchen unterschiedlich groß ist, kann man in Zukunft vermeiden. Die neusten Technologien machen ein sogenanntes Hyper-Training möglich. Darin lernt ein Berufsanfänger seine Arbeitsabläufe in der Praxis kennen, jedoch ohne jegliches Risiko und ohne Kostenverlust. Wie? In der erweiterten Realität. Mit Smart Glasses, einer Virtual Reality Brille oder einem ähnlichen Gadget werden die Herausforderungen des Arbeitsalltages simuliert und trainiert.

Besonders nützlich ist diese Technologie da, wo Arbeitnehmer sich selbst oder Andere bei ihrer Arbeit gefährden könnten. Angestellte in einem Atomkraftwerk könnten beispielsweise ihre Arbeitsabläufe in der erweiterten Realität so lange erproben, bis jeder Handgriff sitzt. Genauso lässt sich das Hyper-Training auf die Ausbildung von Ärzten übertragen. Diese können eine Operation, die exakt mithilfe der computergestützten Wahrnehmung in die Realität des Lernenden übertragen wird, live durchführen. Dadurch kann erreicht werden, dass Chirurgen, die zum ersten Mal einen Menschen operieren, dies bereits hundertfach virtuell geprobt haben und sich dadurch die Qualität der Arbeit verbessern könnte.

Augmented Reality im Job

Virtuelle „Werkzeuge“ sollen ein neues Arbeiten ermöglichen. Diese Werkzeuge können ein Smartphone oder Tablet sein, eine Brille oder ein ähnliches Gerät. Sie erweitern unsere Realität um Informationen, die genau an unsere Umgebung angepasst sind. Blicken wir beispielsweise auf einen defekten Kühlschrank und tragen dabei so eine Brille, dann könnte in unserem Sichtfeld zum Beispiel eine Liste aller Einzelteile des Gerätes erscheinen. Genauso wie seine Seriennummer, ob es bereits häufiger Reklamationen gab und welche Fehler bisher bei diesem Produkt schon festgestellt wurden. Dies erspart dem Fachmann eine lange Suche nach der Fehlerquelle. Mit einem Blick erhält der Arbeitnehmer alle Informationen über ein Produkt, die für seine Arbeit relevant sein könnten.

Die Industrie 4.0 soll eine drahtlose Kommunikation zwischen Mensch und Maschine oder Produkt ermöglichen. Daher gehen einige Forscher davon aus, dass so ein Gerät wie ein Kühlschrank bald selbst mitteilen kann, wo es defekt ist. Der Fachmann schaltet dann nur noch seine Brille ein, schaut auf den Kühlschrank, und dieser übermittelt sofort die genaue Position des defekten Teiles, dass ausgetauscht werden muss. Dieses muss übrigens auch nicht mehr nachbestellt und zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden. Sobald die Information an den Handwerker ging, welches Stück defekt ist, überträgt dieser diese Information an den 3D-Drucker in seinem Wagen. Klingt nach Science Fiction? Wissenschaftler sind sich sicher: Bald wird diese Vorstellung Realität sein.

Auch in kaufmännischen Berufen wird die neue Technologie zum Einsatz kommen. Jede Menge Daten werden zugänglich, ohne dabei an einen Computer gebunden zu sein. Egal wo man sich befindet, Daten lassen sich beim bloßen geradeaus gucken abrufen. Dass heißt, dass auch Arbeitnehmer auf Geschäftsreise in Echtzeit darüber informiert werden, sollten sich die Bedingungen für den Kunden im Ausland aufgrund neuer Erkenntnisse ändern. Die Art und Weise, wie Präsentationen oder Meetings abgehalten werden, soll sich ebenfalls grundlegend verändern. Denn von nun an können Menschen zusammenarbeiten, die auf der ganzen Welt verteilt sind. Dank Augmented Reality treffen sich diese alle im selben virtuellen Raum, wo gemeinsam an einem Projekt gearbeitet werden kann. Im Gegensatz zu einer Videokonferenz können in diesem virtuellen Raum alle Arbeitnehmer miteinander interagieren, sich gegenseitig Unterlagen weiterreichen oder ein Produkt begutachten.

Kreativität im Job neu erleben mithilfe von Augmented Reality

Der Einsatz modernster Technologien ist in der Industrie heute schon zum Alltag geworden. Auch in kaufmännischen Berufen und in der Verwaltung, wo mit vielen Daten hantiert wird und viele Informationen zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgerufen werden müssen, ist der zukünftige Einsatz dieser Technik nachvollziehbar. Doch wie sieht es eigentlich mit Berufsgruppen aus, die einer kreativen Tätigkeit nachgehen? Mit der Augmented Reality wird vor allem Eines bezweckt: Die Visualisierung von Informationen/Daten.

So kann ein Architekt beispielsweise virtuell durch ein geplantes Haus gehen und an seinem Werk feilen. Ein Maler kann die Farbauswahl seiner Klienten testen, indem dieser gemeinsam mit dem Kunden durch eine Virtual Reality Brille schaut und so direkt vor Ort sehen kann, wie die ausgesuchte Farbe an den Wänden wirkt. Und dass alles, ohne auch nur einen Pinselstrich getan zu haben. Produktentwickler haben die Möglichkeit, Ihre Kreationen in der virtuellen Realität zu betrachten und gemeinsam mit Anderen ihre Ideen auszubauen und weiterzuentwickeln. Modellzeichnungen, Baupläne und vieles mehr lässt sich in einer vollkommen neuen Dimension visualisieren und auch für den Kunden greifbar machen.

Fazit

Was heute noch nach wahnwitzigen Ideen für einen Science Fiction Film klingt, könnte bereits im Jahr 2020 auch in unserem Job angekommen sein. So prognostizieren es zumindest einige Wirtschafts- und Technologieexperten. Die Verschmelzung der physikalischen Umgebung mit einer erweiterten, virtuellen Realität kann die Art und Weise wie wir unseren Job erledigen revolutionieren. Die Arbeit wird vermeintlich zu unserem Gunsten bequemer gemacht. Doch auch hier werden neue Herausforderungen entstehen, die sich der Arbeitnehmer in der Industrie 4.0 noch stellen werden muss.

Quellen:

forbes.com | Hyper-Training And The Future Augmented Reality Workplace

techtarget.com | Augmented-reality technology may transform work as we know it

psfk.com | Is The Workplace Ready For Augmented Reality?