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Abgang mit Stil: Den Jobwechsel souverän meistern

Abgang mit Stil: Den Jobwechsel souverän meistern
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Anastasia Johlen am 15.01.2019

Ein neuer Job: Herzlichen Glückwunsch! Ihnen steht eine aufregende Zeit bevor. Ein Jobwechsel kann vielerlei Gründe haben: Sie suchen nach neuen Möglichkeiten und Erfahrungen, sie möchten frischen Wind in Ihr Leben bringen oder Sie haben mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber gewisse Differenzen. Doch bevor Sie sich mit Freude und Elan neue Herausforderungen annehmen und die Karrierechance nutzen können, steht noch der Abschied vom bisherigen Job vor Ihnen. Und egal, aus welchem Grund Sie demnächst einen neuen Job antreten, Abschiede sind immer schwer, ganz besonders ein gelungener und souveräner Abgang. Abschied nehmen will gelernt sein, auch beim Jobwechsel. Mit diesen Tipps gelingt Ihnen sicherlich ein Abgang mit Stil.

Tipp 1: Freundlich und kompetent in Erinnerung bleiben

In der Sozialpsychologie besteht die Annahme, dass einem Menschen der eindrücklichste Moment und das Ende am besten in Erinnerung bleibt (Peak an End-Hypothese). Deshalb sollten Sie sich diese Annahme zu Herzen nehmen: Wenn Sie einen gekonnten Abschied hinlegen, werden Sie als fähig und freundlich bei Kollegen und Vorgesetzten in Erinnerung bleiben. Vielleicht kommt das Ihnen im Laufe der Karriere noch mal zum Nutzen.

Das heißt, selbst wenn im Laufe der Zeit dicke Luft herrschte oder Konflikte bestanden, glänzen Sie mit einem professionellen Abschied. Reißen Sie sich bis zum Jobwechsel zusammen und bringen Sie Ihre Arbeit gekonnt zu Ende. Wer weiß, vielleicht führen die Wege zwischen Ihnen und Ihrem bisherigen Arbeitgeber doch noch einmal zusammen?

Tipp 2: Information über Jobwechsel: Wem sagen Sie es zuerst?

Als erstes den Arbeitgeber informieren

Kommt der Wunsch nach neuen beruflich Herausforderungen oder schlichtweg nach einem Tapetenwechsel auf, sollten Sie als erstes Ihren Vorgesetzten über die Kündigung informieren. 

Bitten Sie um ein persönliches Gespräch mit Ihrem Chef und bringen Sie direkt Ihr Kündigungsschreiben mit. In dem Schreiben sollten Sie Kündigungsfristen und Vorschriften beachten, damit Sie sich rechtlich auf der sicheren Seite befinden. Ihre Kündigung muss nicht begründet werden, es bleibt Ihnen überlassen, inwiefern Sie Ihren ehemaligen Arbeitgeber über die Ursachen für den Jobwechsel informieren. 

Muster Kündigungsschreiben

Max Mustermann

Musterstraße 1

12345 Musterhausen

 

Musterfirma 

Personalabteilung z.H Frau Muster

Musterweg 5

12345 Musterhausen

 

Datum (TT.MM.JJJJ)

Betreff: Kündigung / Kündigungsschreiben

(Version 1)

Sehr geehrte Frau Muster,

hiermit kündige ich Ihnen meinen bestehenden Arbeitsvertrag ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Datum. 

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt meiner Kündigung und das Enddatum meines Arbeitsvertrags schriftlich. Ich bitte Sie, mir ein qualifiziertes berufsförderndes Arbeitszeugnis auszustellen. 

Für die bisherige Zusammenarbeit bedanke ich mich (herzlich).

Mit freundlichen Grüßen

Vorname, Nachname
(handschriftliche Unterschrift)

(Version 2)

Sehr geehrte Frau Muster,

hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Dies ist nach meiner Berechnung der TT.MM.JJJJ.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieser Kündigung und das Beendigungsdatum schriftlich. Zusätzlich bitte ich Sie, mir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen.

Ich bedanke mich (herzlich) für die bisherige Zusammenarbeit 

Mit freundlichen Grüßen

Vorname, Nachname
(handschriftliche Unterschrift)

 

Richtige Reaktion auf neugierige Kollegen

Anschließend sollten Sie Ihre Arbeitskollegen über Ihre Kündigung informieren. Stellen Sie sich darauf ein, dass diese vermutlich neugierig sind und nach Gründen und Ursachen fragen werden. Es bleibt Ihnen überlassen, wie genau Sie über die Gründe sprechen. Trotzdem sollten Sie für die Kaffeepause vorbereitet sein, Sie kennen Ihre Arbeitskollegen gut, sicherlich gibt es auch bei Ihnen eine Person, welche gerne ihre Mitmenschen mit Fragen durchlöchert. 

Plausible Erklärung könnten alle Ihre Kollegen schnell zufrieden stellen. Beschränken Sie sich mit Ihren Erklärung jedoch nicht lediglich auf ein besseres Gehalt oder persönliche Konflikte zwischen Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. 

Plausible Erklärung für einen Jobwechsel:

  • Neue Herausforderungen 
  • Abwechslung in den Tätigkeiten
  • Kürzerer Arbeitsweg
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Berufliche Umorientierung

Tipp 3: Übergabe: Den alten Job in sichere Hände legen

Sie können bei Ihrem Vorgesetzten punkten, wenn Sie Ihre Aufgaben und Tätigkeiten sicher übergeben. Vielleicht hat Ihr Vorgesetzter bereits einen Ersatz in Ausblick oder Sie selbst haben einen Vorschlag. Gehen Sie auch in den letzten Wochen im bisherigen Job auf Ihren Arbeitgeber zu, zeigen Sie sich kooperativ und aufmerksam wie immer, unabhängig davon, ob Sie einen neuen Job beginnen. Dadurch verdeutlichen Sie, dass es sich bei der Kündigung tatsächlich um keine persönliche Angelegenheit handelt. 

Stellen Sie für Ihren Nachfolger einen Plan mit offene Aufgaben und Projekte zusammen, übergeben Sie Ihren Arbeitsplatz ordnungsgemäß und bieten Sie Ihrem Vorgesetzten an de Umverteilung zu unterstützen.

Falls Sie heilfroh sind, den alten Job samt aller Kollegen hinter sich zu lassen, dann zeigen Sie diese Freude bloß nicht in Form von unangebrachtem Verhalten. Lassen Sie sich Ihre Vorfreude auf keinen Fall anmerken. Bleiben Sie professionell und überzeugen Sie mit guten Leistungen.

Tipp 4: Feiern Sie Bitte nicht krank

Steht die letzte Zeit beim bisherigen Arbeitgeber bevor und ist diese besonders turbulent, liegt die Versuchung nahe, sich krankschreiben zu lassen. Immerhin haben Sie nichts mehr zu verlieren. Selbst wenn Sie sich nicht wohlfühlen oder wütend auf Kollegen sind; widerstehen Sie der Versuchung krankzufeiern. Vermeiden Sie es besonders, während einer angeblichen Krankheit bereits beim neuen Arbeitgeber zu arbeiten. Solche Extremfälle kommen immer wieder ans Licht, im schlimmsten Fall folgen Schadensersatzforderungen oder strafrechtliche Sanktionen. 

Sicherlich ist es eine Ausnahme, wenn Sie sich in einer akuten und massiven Mobbig-Situation bei Ihrem bisherigen Arbeitgeber befinden. Ist das der Fall, sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten.

Lassen Sie die Arbeit nicht schleifen, kommunizieren Sie nichts Negatives nach außen, informieren Sie Kunden und Auftraggeber nur in Absprache mit Ihrem Arbeitgeber über Ihren Jobwechsel. Benehmen Sie sich am besten vorbildlich, bis die Kündigung ganz durch ist. Denn Ihr Vorgesetzter sitzt immer noch am längeren Hebel, aus einer fristgerechten Kündigung kann auch schnell eine fristlose Kündigung werden.

Tipp 5: Denken Sie an Ihr Zeugnis

Weiterhin sollten Sie auch für Arbeitszeugnis den guten Willen in den letzten Arbeitswochen zeigen. Jeder hat einen Anspruch auf das Arbeitszeugnis, doch der Arbeitgeber bestimmt über den Inhalt. Verlaufen die letzten Wochen und Tage im Unternehmen nicht besonders harmonisch, könnte das Zeugnis versteckte negative Formulierungen beinhalten. 

Offiziell darf ein Arbeitszeugnis zwar keine negativen Formulierungen beinhalten, da nur wohlwollende Formulierungen erlaubt sind, dennoch existiert ein sogenannter Geheimcode. Dieser ist nur in qualifizierten Zeugnissen zu finden, denn nur dort ist eine Beurteilung über Leistungen und Sozialverhalten des Arbeitnehmers enthalten. So versteckt sich hinter der scheinbar positiven Formulierung „Er/Sie war stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden“ nicht mehr als, dass der Arbeitnehmer praktisch nichts geleistet hat.

Tipp 6: Gestalten Sie Ihren letzten Tag aktiv

Der letzte Tag steht bevor: Wie verhalten Sie sich am besten? Ist eine Abschiedsparty notwendig? Fest steht, dass es in Deutschland kein festes Ritual bei beruflichen Abschieden gibt, anders ist es hingegen in anderen Ländern. Doch oft ist eine große Abschiedsparty bei uns eher untypisch. Es sei denn, Sie gehen in den Ruhestand oder waren Jahrzehnte in demselben Unternehmen tätig.

Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen Ihnen und den Arbeitgeber nicht immer vollkommen harmonisch verlief, sollten Sie versuchen, das Gute im Schlechten zu finden. Gestalten Sie den letzten Tag aktiv, bringen Sie einen Kuchen für die Kaffeepause mit oder laden Sie Kollegen nach der Arbeit in ein Café oder Restaurant ein. In welchem Ausmaß Sie Ihren letzten Arbeitstag gestalten möchten, bleibt Ihnen überlassen. Jedoch gehört eine kleine Geste in Form von Kuchen, gemeinsames Frühstück oder eine anderen Kleinigkeit zum guten Umgang. Haben Sie größeres geplant, sollten Sie mit Ihrem Vorgesetzten Rücksprache halten.

Vollzeitjobs.de wünscht Ihnen viel Erfolg im neuen Job und alles Gute für die weitere berufliche Zukunft! Meistern Sie die letzte Zeit bei Ihrem Arbeitgeber gekonnt und mit Gravur!