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7 Neuheiten, die die Arbeit im Gesundheitswesen revolutionieren werden

7 Neuheiten, die die Arbeit im Gesundheitswesen revolutionieren werden
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Jana Fast am 23.09.2016

Egal ob Sie Facharzt/ärztin, Krankenpfleger/in, Chirurg/in oder medizinisch-technische/r Radiologieassistent/-in sind: der technologische Fortschritt wird in den nächsten Jahren sämtliche Bereiche des Gesundheitswesens revolutionieren. Stellen Sie sich Folgendes vor: In Pflegeheimen unterstützen Roboter die Pflegekräfte bei der schweren körperlichen Arbeit, und heben Bewohner aus ihren Betten und setzen diese in einen Rollstuhl. In einem Krankenhaus kann die Einnahme von Medikamenten genauestens nachvollzogen werden, denn die Pillen von Morgen sind so ausgerüstet, dass diese die Informationen, ob, wann, und wie diese eingenommen wurden, an ein Computersystem übertragen. Klingt unglaublich? Werfen Sie einen Blick in die heutige Forschungslandschaft!

Ein Blick in die medizinische Zukunft

Damit so etwas wie künstliche Intelligenz in unser Gesundheitswesen Einzug halten kann, müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. Ein wichtiger Faktor ist, dass der Einsatz solcher Technologien bezahlbar werden und bleiben muss. Ansonsten wären fortschrittliche Behandlungsmethoden ein Privileg der Vermögenden. Ein weiterer Aspekt bezieht sich auf die Bedienung dieser Technologien. So lange es sich dabei um hochkomplexe Anwendungen handelt, die nur eine Handvoll Experten bedienen können, ist der Nutzen für die Menschheit eher gering. Doch besonders wichtig ist, dass wir unsere Vorurteile gegenüber der Entwicklung und den zukünftigen Einsatz von künstlicher Intelligenz überdenken.

Die Sorge, künstliche Intelligenz würde irgendwann die Kontrolle über den Menschen übernehmen, ist weit verbreitet. Es besteht kein Zweifel, dass uns die Einführung solcher Technologien vor große Herausforderungen stellen wird. Eine gute Vorbereitung darauf ist also unerlässlich. Doch solange der technologische Fortschritt uns auf medizinischer Ebene zu Gute kommen kann, sollten wir diesem ein wenig mehr Vertrauen entgegen bringen.

Big Data im Gesundheitswesen

Der erste Bereich, in den künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen wird, ist im Datenmanagement. Im Kern geht es darum, Patienten-Daten zu sammeln, zu strukturieren und zu analysieren, um letztendlich Muster zu erkennen und Schlussfolgerungen oder Präventionsmaßnahmen daraus ziehen zu können. Ärzte und Pfleger werden mit einer Vielzahl wichtiger Informationen versorgt, sodass diese bessere Entscheidungen treffen können. Der gläserne Patient? Diese Entwicklung bringt mit Sicherheit sowohl Vor- als auch Nachteile, welche hier zu diskutieren den Rahmen des Artikels sprengen würde.

Künstliche Intelligenz-Programme wie IBM Watson sind dem Erreichen dieser Ziele schon heute dicht auf der Spur. Dieses Programm kann auf unzählige Cloud-basierte Daten zugreifen. Es berücksichtigt sowohl Patienten-Daten, als auch sämtliche Hintergrundinformationen zu Krankheiten, deren Diagnose und Therapiemöglichkeiten. Auch tagesaktuelle Fachpublikationen werden berücksichtigt, sodass das Programm immer auf dem neusten Stand ist. Dadurch erlaubt es Ärzten fundiertere, präzisere und im Endeffekt bessere Entscheidungen zu treffen und womöglich die Häufigkeit der Fehldiagnosen und Behandlungsfehler drastisch zu minimieren. Ein stundenlanges Durchstöbern hunderter Akten wird nicht mehr nötig sein. Mit nur einem Blick auf IBM Watson bekommt ein Arzt alle Informationen geliefert, die er für seine Arbeit braucht.

Krankheiten heilen mithilfe von Supercomputern und künstlicher Intelligenz

Sie sind Pharmazieingenieur/-in? Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in oder Wissenschaftler/-in im Gesundheitswesen? Dann könnte sich Ihr Arbeitsalltag in den nächsten fünf bis zehn Jahren grundlegend verändern! Bereits heute hat die Firma Atomwise es geschafft, Medikamente mithilfe von Supercomputern zu entwickeln und ist damit kurz davor, das Ebola Virus bekämpfen zu können. Wie? In dem eine intelligente Maschinen auf molekularer Ebene eine Krankheit analysiert, und dementsprechend passende Substanzen vorhersagt, die diese Krankheit heilen könnten.

Dabei wird die gleich Technik verwendet, die auch Autos autonom fahren lässt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind nicht nur unglaublich präzise, sondern ersparen der Pharmaindustrie jede Menge Zeit und Geld. Um ein Medikament zu entwickeln braucht es für gewöhnlich 15 Jahre Forschungsarbeit und mehr als eine Milliarde Dollar. Mit dem neuen System von Atomwise dauert die Analyse und Prognose nur etwa einen Tag.

7 Neuheiten, die die Arbeit im Gesundheitswesen revolutionieren könnten:

1. Medizinischer 3D-Drucker

3D-Drucker sind bereits jetzt im Einsatz und beginnen allmählich damit, unsere Industrie umzukrempeln. In der Biotechnologie bemüht man sich gerade darum, lebende Zellen „zu drucken“ und in der Pharmazie Medikamente. Technologie-Experten sagen voraus, dass wir eines Tages kleinere Organe einfach ausdrucken können. Das jahrelange und oftmals vergebliche Warten auf ein Spenderorgan würde somit vielen Patienten erspart bleiben.

2. Menschliche Cyborgs

Bereits heute lassen sich Menschen Computerchips unter die Haut implantieren. Um so zum Beispiel kontaktlos bezahlen zu können. Anstatt das Handy also über das entsprechende Gerät zu halten, wird einfach die eigene Hand dafür benutzt. Doch dieser digitale Trend ist nur der Anfang. Wissenschaftler sagen voraus, dass es bald sehr hip sein könnte, sich zum Beispiel einen künstlichen Arm implantieren zu lassen. Nur so, um ein wenig mehr wie Arnold Schwarzenegger in Terminator auszusehen. In erster Linie sollen diese neumodischen Prothesen Menschen mit amputierten Gliedmaßen unterstützen. Auch das implantieren eines Defibrillators für Menschen mit Herzproblemen könnte diesen ein langes und weitestgehend unbeschwertes Leben ermöglichen.

3. Augmented Reality

Dank erweiterter Realität, oder auch Augmented Reality, lassen sich in Zukunft digitale Informationen darauf projizieren, worauf wir blicken. Die Microsoft Hololens zum Beispiel macht es heute schon möglich, Operationen in der erweiterten Realität durchzuführen und damit die medizinische Ausbildung zu revolutionieren. Mithilfe einer Brille können angehende Ärzte beispielsweise durch anatomische Strukturen blicken. Was nach Röntgenblick á la Superman klingt wird bereits heute getestet und könnte bald auch die Art und Weise ändern, wie Sie Ihren Job ausführen.

4. Verhaltens- und Gesundheitsüberwachung

Verhaltensüberwachung klingt zunächst nach einer rein negativen Entwicklung. Doch kann die neue Technologie vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen helfen. Stellen Sie sich vor, Sie müssen täglich ein bestimmtes Medikament einnehmen, ein anderes Medikament nur alle zwei Tage und ein weiteres nur zwei Mal in der Woche. Für einen besseren Überblick hat ein amerikanisches Startup Pillendöschen erfunden, die beginnen zu leuchten, sobald man das darin enthaltene Medikament einnehmen muss. Leuchtet die Pillendose rot, bedeutet dies, man hat vergessen seine Medizin einzunehmen, blaues leuchten signalisiert, dass es Zeit für die Einnahme ist, usw. Doch das ist noch nicht alles. Ebenfalls in der Entwicklung: Kleine Sensoren, die ein Patient runterschluckt und welche Gesundheitsinformationen an ein Familienmitglied oder den behandelnden Arzt schickt.

5. Echtzeit-Diagnosen

Der Wissenschaftler Zoltan Takats entwickelte das iKnife, ein intelligentes Skalpell. Dieses Operationsgerät erhitzt die zu schneidende Stelle und verhindert damit beim operieren einen hohen Blutverlust. Doch das ist noch nicht alles. Das berührte Gewebe wird in Echtzeit analysiert, sodass Ärzte oder Chirurgen bereits während der OP eine untersuchte Probe vorliegen haben und sehen, ob es sich um bösartiges oder gutartiges Gewebe handelt.

6. Multi-funktionale Radiologie

Die Radiologie ist der Bereich, der sich mit Voranschreiten der technischen Entwicklungen am schnellsten verändert. Was wir heute aus Science-Fiction-Filmen kennen, sollte in den kommenden Jahre alltäglich sein. Sie spazieren dann einfach nur noch in einen Scanner und dieser teilt Ihnen so gut wie alles mit, was es über Ihre Gesundheit zu wissen gibt. Er erkennt unterschiedlichste Symptome und misst innerhalb von Sekunden, wie viel Prozent der Zellen mit Krebs befallen sind und noch vieles mehr.

7. Google Brain

Zu guter Letzt stellen wir Ihnen das Google Brain vor. Mit Erfinder, Futurist und Ingenieur Raymond Kurzweil arbeitet Google an der Entwicklung der „ultimativen künstlichen Intelligenz“. Es wird versucht, alle neurologischen Informationen, also das gesamte Gedächtnis, in einen Computer zu übertragen. Dadurch soll quasi unser digitaler Klon entstehen. Dies kann dazu führen, dass Krankheiten in dem digitalen Ebenbild einer Person viel schneller entdeckt werden könnten, als an der realen Person selbst.

Fazit

Forschungen an einer verbesserten Gesundheitsversorgung sind schon seit je her in vollem Gange. Unsere heutige Medizin hat im Vergleich zu den letzten Jahren bereits wahnsinnige Fortschritte machen können, und hat damit das Leben vieler Patienten erleichtern und sogar retten können. Nun stehen wir an der Stufe zu einem ganz neuen Level. Das Überschreiten dieser Stufe wird Arbeitnehmer des Gesundheitswesens vor neue Herausforderungen stellen. Lebenslanges Lernen ist beim Umgang mit den modernen Technologien unerlässlich. Ob bestimmte Jobs dadurch in Gefahr geraten, ist unwahrscheinlich, denn menschlicher Kontakt ist bei der Betreuung von Patienten unabkömmlich. Die Hoffnung ist groß, dass Angestellte im Gesundheitswesen die Möglichkeit bekommen, Ihren Job dank der neuen Technologien noch besser machen zu können!

Quellen:

noobpreneur.com | How Artificial Intelligence is Transforming Customer Engagement and Experience

medicalfuturist.com | Artificial Intelligence Will Redesign Healthcare | What Is Using IBM Watson In Everyday Medicine Like?

ibm.com | Watson hilft Ärzten, Krebs zu bekämpfen

forbes.com | 5 Medical Technologies Revolutionizing Healthcare